Deutsche Winterhilfen
Baerbock in Charkiw: „Sinnbild für Irrsinn“
Als erste ausländische Spitzenpolitikerin hat die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock am Dienstag überraschend die ukrainische Großstadt Charkiw im Nordosten des Landes unweit der russischen Grenze besucht. „Charkiw - belagert, zerschossen, befreit“, erklärte Baerbock bei ihrer Ankunft. „Diese Stadt ist Sinnbild für den absoluten Irrsinn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine.“
Sie wolle sich auf Einladung des ukrainischen Außenministers Kuleba ein Bild von der Lage vor Ort machen, sagte Baerbock. Und sie wolle „vor allem den Bewohnern zuhören, die der Krieg in diesem bitterkalten Winter, in dem die Temperaturen in der Nacht gerade auf bis zu minus 15 Grad sinken, so hart trifft, dass wir uns das gar nicht vorstellen können“, so die Ministerin. Kuleba nannte ihren Besuch „symbolisch“.
MIllionenschweres Winterpaket für Ukraine
„Mir ist wichtig, dass wir auch in diesem Kriegswinter den Platz der Ukraine in unserer europäischen Familie nicht aus dem Blick verlieren“, sagte Barbock. Dazu habe sie ein weiteres Winterpaket Deutschlands im Gepäck, das beispielsweise aus Generatoren zur Unterstützung der kritischen Infrastruktur bestehe.
Mir ist wichtig, dass wir auch in diesem Kriegswinter den Platz der Ukraine in unserer europäischen Familie nicht aus dem Blick verlieren.
Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock
Zudem gebe Deutschland 20 Millionen Euro zur Entminung des Gebiets sowie weitere 20 Millionen Euro zur Stabilisierung des Internets, sagte die Ministerin zum Abschluss ihres mehrstündigen Besuchs. Charkiw spiegle die Schrecken des Krieges wider, „aber auch den ganzen Mut, die Widerstandsfähigkeit und damit die Hoffnung auf ein Leben in Frieden“.
Kiew drängt auf Lieferung von Leopard-Panzern
Es sei wichtig, dass die ukrainischen Streitkräfte weitere Gebiete befreiten, betonte die Ministerin. Daher müssten auch weitere Waffen geliefert werden. Kuleba sagte, er habe keinen Zweifel daran, dass die Ukraine auch deutsche Kampfpanzer vom Typ Leopard erhalten werde. Die Panzer würden gebraucht, um weitere Gebiete von russischer Besatzung zu befreien. „Die Bundesregierung weiß im tiefsten Inneren, dass diese Notwendigkeit besteht.“
Je länger sich diese Entscheidung aber hinziehe, desto mehr Opfer werde es auch in der Zivilbevölkerung geben, warnte Kuleba. Insgesamt wolle er aber der deutschen Bundesregierung für die bereits geleistete Unterstützung danken.
Menschen ohne Strom, Wasser und Heizung
Charkiw ist nach Kiew die zweitgrößte ukrainische Stadt und liegt nur rund 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar ist die Stadt mit ursprünglich rund 1,5 Millionen Einwohnern von den Angreifern wiederholt unter Beschuss genommen worden. Vielfach sind die Menschen dort ohne Strom, Wasser und Heizung, etwa 500.000 befinden sich noch in der Stadt.







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