Nach Hilferuf aus Linz

Wer ist schuld am Versagen in den Notaufnahmen?

Oberösterreich
05.01.2023 18:00

Nach dem Schreiben eines verzweifelten Arztes stellen sich viele diese Frage: Wer ist schuld am Versagen in den heimischen Notaufnahmen? Neos und SPÖ schießen sich auf die zuständige ÖVP-Politikerin in Oberösterreich ein.

„Vom ,besten Gesundheitssystem der Welt’, wie es in Österreich gerne dargestellt wird, sind wir – nicht nur zu dieser Zeit – weit entfernt. Ich glaube ein wenig mehr mediale Aufmerksamkeit bezüglich Obigem und der generellen Probleme im österreichischen Gesundheitswesen würde viel erreichen und – da bin ich mir sicher, auch wenn es dramatisch klingt – Menschenleben retten.“ Das schonungslose Schreiben eines Linzer Mediziners in einer Notaufnahme, das der „Krone“ in vollem Umfang vorliegt, hat für viel Aufruhr gesorgt.

Ansturm auf Notaufnahmen
Der Arzt schreibt unter anderem von zu wenigen freien Plätzen, einem Ansturm auf die Notaufnahmen, einem völlig überlasteten Pflegepersonal und davon, dass Patienten früher als üblich und medizinisch richtig entlassen werden müssen, um Betten frei zu bekommen. Zwangsläufig stellt sich bei solchen Zuständen die Frage: Wer ist schuld am Versagen in den heimischen Notaufnahmen?

„Zeit der Beschwichtigungen vorbei“
„Die ÖVP-Propaganda, dass in den Spitälern alles in Ordnung sei, ist entlarvt. Es gibt Handlungsbedarf, sogar dringenden und den muss die zuständige LH-Vize (Christine, Anm.) Haberlander unverzüglich angehen. Die Zeit der Beschwichtigungen ist vorbei“, reagiert SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder. Gleich dramatisch schätzen die Neos die Situation in den Spitälern ein.

Gefährdungsmeldungen massiv zugenommen
„Unsere Anfrage an Haberlander hat schon im Herbst gezeigt, dass die Gefährdungsmeldungen bezüglich der Versorgung der Patienten in den letzten Jahren massiv zugenommen haben. Es ist das Ergebnis dessen, dass die in der Landesregierung zuständige ÖVP jegliche Kritik und konstruktive Ideen immer wieder als Schlechtreden abgetan hat“, so Landtagsabgeordnete Julia Bammer.

Aus dem Büro von Gesundheitsreferentin Haberlander hieß es: „Die aktuelle Situation ist eine belastende. Erschwerend kommt hinzu, dass derzeit viele Hausärzte und Ordinationen urlaubsbedingt geschlossen sind, die Menschen kommen daher vermehrt in die Spitalsambulanzen.“

(Bild: Krone KREATIV, Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

„Krone“-Kommentar: Polit-PR funktioniert hier nicht
Föderalistische Polit-PR sieht so aus: Gibt es gute Neuigkeiten, lässt sich die Landespolitik feiern. Bei Fehlentwicklungen und Krisen ist der Bund schuld, an den gibt es dann Forderungen aus der Provinz. Das Spiel scheint oft zu funktionieren, so beliebt ist es bei vielen hiesigen Politikern.

Bei der Misere in den Notaufnahmen der Spitäler funktioniert es nicht: Die Rechtfertigung der Gesundheitsreferentin, das Problem sei kein oberösterreichisches, sondern ein bundesweites, mag zwar stimmen. Patienten und Spitalspersonal, die darunter leiden, ist das aber herzlich egal. Sie erwarten sich zurecht eine Lösung - und zwar von der zuständigen Politik hier vor Ort.

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