Einkommensanalyse

AK fordert: „Es braucht deutlich mehr Entlastung“

Niederösterreich
12.12.2022 14:50
Entgeltliche Einschaltung
Porträt von Entgeltliche Einschaltung
Von Entgeltliche Einschaltung

Die Einkommensanalyse 2021 zeigt: Niederösterreich liegt punkto Medianverdienst bundesweit weiterhin an vorletzter Stelle. Und das mit Einkommenszahlen, die noch nichts über die aktuellen Teuerungen des Jahres 2022 aussagen. „Die steigenden Preise bei Energie, Wohnen und Lebensmitteln belasten die ArbeitnehmerInnen massiv. Es braucht deutlich mehr Entlastung“, forderte AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser bei der Präsentation am Montag.

Das Bruttomedianeinkommen der in Niederösterreich unselbstständig Beschäftigten betrug 2021 2369 Euro (laut Daten des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger). Im Vergleich zu 2020 ist das zwar ein Plus von 48 Euro bzw. 2,1 Prozent. Werden Sozialversicherung, Lohnsteuer und Inflation berücksichtigt, verringerte sich das Nettomedianeinkommen real allerdings um durchschnittlich 17 Euro pro Monat (-1,0 Prozent).

Österreichweit fiel der Rückgang stärker aus. Das Nettomedianeinkommen sank gegenüber 2020 durchschnittlich um real 23 Euro pro Monat (-1,2 Prozent). Im Zehnjahresvergleich stieg die Kaufkraft der niederösterreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern um durchschnittlich 101 Euro pro Monat (+6,2 Prozent), österreichweit stieg das Nettomedianeinkommen im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 132 Euro pro Monat (+ 7,9 Prozent).

Im Bundesländervergleich liegt NÖ an achter Stelle
„Im Bundesländervergleich lag das niederösterreichische Medianeinkommen mit 2369 Euro an achter Stelle. Das Bundesland mit dem höchsten Einkommensniveau war weiterhin Vorarlberg (2634 Euro), jenes mit dem geringsten Medianeinkommen das Burgenland (2157 Euro)“, sagt AK Niederösterreich-Wirtschaftsexperte Mag. Matthias Koderhold.

Laut aktuellen Berechnungen war das Mostviertel jene Region mit dem höchsten Einkommensniveau, es lag um 3,8 Prozent über dem niederösterreichischen Medianeinkommen. Das zweithöchste Einkommensniveau wies der Zentralraum auf, gefolgt vom Industrieviertel und vom Waldviertel. Das niedrigste gewichtete regionale Medianeinkommen wies das Weinviertel auf, dessen Einkommensniveau um 11,6 Prozent unter dem niederösterreichweiten lag. 

An der Spitze des Bezirksrankings hielt sich traditionell Amstetten mit einem Medianeinkommen in der Höhe von 2600 Euro. Die nächsthöchsten Medianeinkommen wiesen die Statutarstadt St. Pölten (2595 Euro) sowie die Bezirke Scheibbs (2470 Euro) und Gmünd (2462 Euro) auf. Der Bezirk mit dem niedrigsten Medianeinkommen war abermals Krems (Land), dessen Einkommensniveau bei 1889 Euro lag.

Frauen verdienten rund 30 Prozent weniger
In Niederösterreich lag das Medianeinkommen der Frauen im Jahr 2021 mit 1901 Euro um 783 Euro unter jenem der Männer (2684 Euro). Die Einkommensdifferenz zwischen den Geschlechtern betrug damit 29,2 Prozent. Damit verringerte sie sich im Jahresvergleich um 0,3 Prozentpunkte, erhöhte sich absolut jedoch um 5 Euro. Österreichweit verringerte sich die Einkommensschere im Jahresvergleich um 0,1 Prozentpunkte auf 29,0 Prozent, erhöhte sich absolut allerdings um 14 Euro. Das bundesweite Einkommensniveau der Frauen lag mit 2019 Euro um 824 Euro unter jenem der Männer (2843 Euro).

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