Im Nationalpark

Der neue Luchs im Haus soll nun für Babys sorgen

Oberösterreich
10.12.2022 07:00

Was für ein Stress! Sieben Stunden Fahrt in die neue Heimat im Nationalpark Kalkalpen und dann gleich auf Weibchensuche. Im Nationalpark Kalkalpen ist seit heute ein neues Luchs-Männchen da. Und es hat einen klaren Auftrag.

„Norik“ ist jetzt der neue Mann - pardon Luchs - im Haus. Und er soll die hohen Erwartungen, die in ihn gesetzt werden, auch erfüllen. Die Wildkatze wurde gestern in ihrer deutschen Heimat Rheinland-Pfalz noch einmal untersucht und dann auf die siebenstündige Fahrt in den Nationalpark Kalkalpen geschickt, wo sie am Abend freigelassen wurde. Eigentlich sollte „Frey“ kommen, aber ihm fehlt ein Zahn, daher fiel am Freitag die Wahl doch auf „Norik“.

Babys müssen her
Die Mission des Kuders, der mit eineinhalb Jahren „voll im Saft steht“ und genau zur Paarungszeit nach Molln kommt, ist klar: Luchsbabys müssen her! Wurde doch 2018 das letzte Jungtier nachgewiesen. Und auch das ist nur einmal in eine Fotofalle getapst - ob es ein Männchen oder Weibchen ist und noch lebt, ist unklar. Die letzten wirklich nachweisbaren Nachzuchten stammen aus 2014.

Es begann so gut
Dabei hatte mit dem Pärchen „Freia“ und „Juro“, die 2011 im Hintergebirge ausgewildert worden waren, alles so gut angefangen. Sie bekamen drei Babys, und die pflanzten sich dann untereinander und auch mit den Eltern fort. Derzeit sind sechs Luchse, je drei Weibchen – „Aira“, „Luzi“, „Skadi“ – und Männchen „Lakota“, „Juri“ und „Karo“ – im Park unterwegs. Die meisten sind verwandt.

Luchs muss weichen
„Die genetische Armut und die geringe Zahl an Tieren bereiten Probleme“, setzt Nationalpark-Chef Volkhard Maier nun auf „Blutauffrischung“. Deshalb muss der dominante, aber zeugungsfaule Luchs „Lakota“ sein Revier verlassen – er wird eingefangen und in ein von Tierschutzreferent LH-Vize Manfred Haimbuchner gesponsertes Gehege in den Tierpark Altenfelden übersiedeln.

Gefahr durch Wilderei
Das Luchsprojekt im Nationalpark Kalkalpen wurde auch durch Wilderei in Gefahr gebracht. 2015 wurde, nachdem die drei Luchsmännchen „Klaus“, „Pankraz“ und „Jago“ verschwunden waren, in der Tiefkühltruhe eines Präparators nahe Linz der Kadaver von „Jago“ gefunden.

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