Klimaneutralität 2040

Aktivisten fordern gesetzliches Kohlenstoffbudget

Niederösterreich
16.11.2022 16:02

Noch bis Freitag wird bei der Weltklimakonferenz im ägyptischen Sharm el-Sheikh diskutiert, um wieviel Klimaschutzverpflichtungen verschärft werden sollen. Auch in Niederösterreich nehmen die Klima-Schäden dramatisch zu und drohen sich bei Überschreitung globaler Kohlenstoffbudgets noch zu vervielfachen. Die Plattform „klimaNÖtral“ fordert jetzt ein klares Bekenntnis zu Klimaneutralität vor der Landtagswahl am 29. Jänner 2023.

Am Mittwoch trat die Plattform „klimaNÖtral“ für ein gesetzlich verankertes Budget ein und forderte eine Änderung des NÖ-Klima- und Energiefahrplans noch vor der Landtagswahl. „In den zwei verbleibenden Landtagssitzungen gibt es noch genug Möglichkeiten für ein klares Bekenntnis zu einer 1,5°C tauglichen Klimapolitik mit gesetzlich verankerter Klimaneutralität bis 2040“, so Kampagnenleiter Erwin Mayer. Nicht nur auf EU-Ebene und national müsse gehandelt werden, auch heimische Gemeinden seien dazu aufgerufen, ihre Kohlenstoffbudgets zu errechnen.

Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb beschreibt die Vorgehensweise als eine Art „doppelte Buchhaltung für Euro und Treibhausgase“. „Dafür sind aber baldige politische Vorgaben nötig“, fordert sie.

Plattform „klimaNÖtral“

„klimaNÖtral“ versteht sich als breite Plattform für Klimaschutz und Energiesicherheit, damit ein klimaverträglicher Wohlstand in Niederösterreich erhalten werden kann. Die neu gegründete Plattform fordert die Landespolitik auf, aktiv zu werden, die Klimaneutralität 2040 sofort zu beschließen und klima- und energiepolitische Instrumente wie auch Zwischenziele festzulegen, damit diese auch erreicht werden kann. 

Dringende Reduktion von Treibhausgas 
Für Niederösterreich liegt das Kohlenstoffbudget bei maximal 160 Mio. Tonnen CO2 bei einem linearen Reduktionspfad bis zur Klimaneutralität 2040. Blickt man auf die gesteckten Klimaziele im Land, seien diese aber mit 320 Mio. Tonnen CO2 Emissionen bis 2060 um mindestens 100 Prozent zu hoch. „Hier bedarf deutlich größere Anstrengungen, damit Niederösterreich seinen Teil für das Aufhalten der Klimakrise leisten kann“, merkt Mayer an. Dazu gehöre ein weit stärkerer Ausbau der erneuerbaren Energien, die rasche Reduktion der Emissionen im Verkehr und stärkere Anstrengungen bei der klimafitten Sanierung von Häusern in Niederösterreich. Laut einer Aussendung lagen die Pro-Kopf-Treibhausgas-Emissionen Niederösterreichs in den vergangenen Jahrzehnten zwischen zehn und 14 Tonnen CO2e pro Jahr - höher als jene in China. 

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