Kremlchef Putin konnte sich den Seitenhieb nicht verkneifen: „Euer Blitzkrieg ist gescheitert.“ - Eine Anspielung auf gleichlautende Häme aus dem Westen über Putins gescheiterten Blitzkrieg in der Ukraine.
Die Sanktionen, ein stumpfes Schwert? Selbstverständlich schaden sie Russland mehr als dem Westen, allerdings lässt die Wirkung länger auf sich warten als geplant.
Zwei Ursachen: Die mühselig aufgestellten Sanktionen wurden viel zu zögerlich verhängt, mit vielen Ausnahmen, und manche treten überhaupt erst im Dezember in Kraft. Zweitens findet der Kreml lukrative Umwege etwa über den Iran oder das NATO-Mitglied (!) Türkei, deren Handel mit Russland einsame Höhen erreicht (China hält sich weitgehend heraus, um nicht von den USA sanktioniert zu werden).
In Russland ist die Autoproduktionen schon eingestellt. Das wirkt erst in zehn Jahren. Flugzeuge werden als Ersatzteillager ausgeschlachtet. Konsumeinschränkungen nimmt das russische Volk seit Alters her als Schicksalsschläge von oben hin. Die Rohstoffschätze garantieren billige Energie für Strom und Heizung.
Aus all diesen Gründen ist es ungewiss, ob die Sanktionen Einfluss auf die Kriegsentscheidungen von Putin haben. Er ließ uns über seine Pläne, beziehungsweise was von ihnen übrig geblieben ist, von Anbeginn im Unklaren. Eines darf als sicher angenommen werden: Putin glaubt, am längeren Ast zu sitzen.
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