Nach dem ORF-Skandal steht nun der Stiftungsrat selbst auf dem Prüfstand. Der Rücktritt von Roland Weißmann, dem gefallenen Generaldirektor, bringt jetzt das politisch besetzte Aufsichtsgremium des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in die Bredouille.
Nicht die beste Werbung für sich machte der Stiftungsrat, das Aufsichts- und Kontrollorgan des ORF. Eine erste Aufarbeitung des „Falls Weißmann“ fand seinerseits nur in ORF-Medien statt. Eine geplante Pressekonferenz mit anderen Medien wurde vom Vorsitzenden (von der SPÖ entsandt) und seinem Stellvertreter (von der ÖVP entsandt) erst verschoben, dann abgesagt und letztlich auf heute geschoben.
Was dahintersteckt? Die Erarbeitung einer gemeinsamen Strategie oder nur das Warten auf politische Signale, die da aus der Regierung kommen werden?
Sorgenfall als Anlassfall
Seit jeher ein viel diskutiertes Thema ist der Wunsch nach einem entpolitisierten ORF. So könnte der aktuelle Sorgenfall zum Anlassfall werden, denn Beispiele, wie es anders (besser?) ginge, gibt es vor der Haustüre. Während beim ORF die Politik den Ton angibt, spielt beim ZDF ein gesellschaftlich breit aufgestellter Fernsehrat eine zentrale Rolle.
Politische „Wünsche“
So kann sich Medienminister Andreas Babler eine Frau als Chefin im ORF einfach „wünschen“ – dem Vernehmen nach könne er etwa einer Kandidatur von FM4-Chefin Dodo Roščić etwas abgewinnen und die Mühlen des Stiftungsrates mahlen schon.
Vielleicht ist es, nach Monika Linder (2002 bis 2006) als Intendantin, längst wieder an der Zeit für eine Frau an der Spitze, wie von der Politik gewünscht. Vielleicht sollte man auch nur auf die Gesellschaft des Jahres 2026 horchen und schlicht die bestqualifizierte Kraft den Job machen lassen.
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