Auf ärztlichen Rat pilgern Patienten in Berlin mit Decken und dicken Socken in kühle Ordinationen. Denn die behandelnden Mediziner müssen wegen der hohen Stromkosten die Heizung oft ganz abdrehen. Auch bei uns stöhnen die Ärzte unter den explodierenden, hohen Energiekosten - jetzt droht sogar die Gefahr von Geräteabschaltung.
Wenn es um kalte Ordinationen geht, kocht Ärztekammer-Präsident Johannes Steinhart vor Wut. Vor allem dann, wenn unseren Medizinern als Sparmaßnahme geraten wird, die Temperatur in den Behandlungsräumen auf 19 Grad zu drosseln. „Das geht gar nicht. Denn die Patienten müssen sich bisweilen für Untersuchungen entkleiden und Kälte verträgt sich halt nicht mit Krankheit“, wettert Steinhart.
Ein Blick in deutsche Praxen zeigt, was auf uns zukommen könnte. Denn dort hat die Teuerung so dramatische Ausmaße erreicht, dass neben drohenden Geräteabschaltungen, die zu längeren Wartezeiten führen, die Mediziner die Heizung in ihren „Ordis“ runterdrehen müssen. Ärztliches Rezept gegen das Frieren: Patienten sollen zur Behandlung dicke Socken und Decken selbst mitbringen!
Wir beharren auf völliger Abgeltung der Preisexplosion, denn diese trifft uns mit voller Wucht.
Edgar Wutscher, Vizepräsident der Ärztekammer
Notrufe aus Ordinationen
„So drastisch ist es in Österreich noch nicht“, beruhigt Steinhart. Dennoch befürchtet er bei heimischen Kollegen einen baldigen „Heizkosten-Kollaps“. Mittlerweile erreichen ihn aus den Praxen Notrufe, wonach die Energiekosten im Vergleich zum Vorjahr um 700 (!) Prozent gestiegen sind. Auch Vizepräsident Edgar Wutscher schlägt Alarm: „Die Preise treffen uns mit voller Wucht!“
Was die Kammerspitze ärgert: Als sogenannte Freiberufler haben Ärzte keinen Anspruch auf einen Energiekostenzuschuss! Steinhart kündigte für diese Woche beinharte Verhandlungen mit der Politik an.
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