Im Gegendtal

„Das Wasser aus der Leitung ist ein Traum!“

Kärnten
12.10.2022 06:01

Auch wenn die Schäden der Umweltkatastrophe im Gegendtal immer noch sichtbar sind: Die Zuversicht der Bewohner wächst von Tag zu Tag.

Es war einer der feierlichsten Momente rund zwei Monate nach der Flut, die das Haus von Carmen und Sven Schatz in Sauerwald bei Arriach schwer beschädigt hatte: Als sie nach Wochen mit Mineralwasser endlich den Wasserhahn aufdrehen konnten: „Unser Wasser aus der Leitung ist ein Traum! Das ist mit nichts zu vergleichen.“

Hohe Reparaturkosten
An solchen kleinen Erfolgserlebnissen hantelt man sich seit dem unglückseligen 29. Juni zurück in die Normalität. Seit drei Wochen ist das Wasser sogar wieder warm. Den Holzofen, in dem derzeit die ehemaligen Türstöcke und Fensterrahmen verheizt werden, ersetzt bald die Heizung. Und seit zwei Wochen gibt es eine provisorische Zufahrtsstraße. Selbstverständlichkeiten, die viel kosten. Rund 70.000 Euro muss das junge Paar in sein Heim stecken. Zum Glück gibt es finanzielle Hilfe. Von Organisationen, aber auch von rührenden Privatinitiativen.

Statt Geschenke Geld für Unwetteropfer
Wie von jenem Pensionisten aus Hermagor, der sich zu seinem 80. Geburtstag statt Geschenke für sich Spenden für die Familie Schatz, die er persönlich gar nicht kannte, wünschte und 2500 Euro zusammenbrachte. Und auch die Leser der „Kronenzeitung“ sind eingesprungen. Die Aktion „Krone hilft“ hat 15.000 Euro beigesteuert. Auch von der Gemeinde kam Hilfe, selbst wenn viele Amtswege damit verbunden waren. „Anfangs sind wir mehrmals die Woche die fünf Kilometer nach Arriach marschiert“, erzählt Sven.

357.000 Euro

sind bereits für die Unwetteropfer im Rahmen einer Spendenaktion von Caritas und „Kärntner Krone“ zusammengekommen.

Wirtschaft läuft langsam wieder an
Die Nudelmanufaktur Amlacher in der Einöde hat ihre Verkaufsräume noch geschlossen, aber wieder begonnen, den Einzelhandel mit tiefgefrorenen Produkten zu beliefern. Man zeigt wieder Flagge, auch wenn von der Versicherung nicht viel kam, der Spendenanteil der Gemeinde Treffen für Betriebe nur pauschal 3000 Euro beträgt. Bei einem Gesamtschaden in der Nudel-Manufaktur von 500.000 Euro. In Arriach wurden bisher 250.000 Euro an Hilfe ausgezahlt. Der Schaden allein an der Gemeindeinfrastruktur beträgt vier Millionen Euro.

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