Heute, Montag, ist der internationale Tag der psychischen Gesundheit. Monika Czamler ist Präsidentin des Vereins pro mente OÖ und weiß daher genau, wo aktuell der Schuh drückt.
„OÖ-Krone“: Am heutigen Montag wird der internationale Tag der psychischen Gesundheit gefeiert. Was belastet aktuell die Landsleute?
Monika Czamler: Es ist vermutlich eine Mischung aus Corona, Teuerungen und Ukraine-Krieg. Gerade bei Corona ist es so, dass wir uns eigentlich davon erholt haben. Jetzt beginnt aber eine neue Welle, und wir wissen nicht, wie sie sich verhält. Teuerungen und Krieg belasten zusätzlich unsere Psyche. Generell ging es früher oft um körperliche Gesundheit, und die psychische stand immer etwas im Hintergrund.
Spielen da auch die Jahreszeit und die aktuelle Witterung eine Rolle?
Es gibt Menschen, die auf die Veränderungen im Herbst reagieren. In diesem Fall spricht man dann von einer klassischen Winterdepression.
Wie merkt man, dass sich jemand aktuell in einer schweren psychischen Phase befindet?
Oft gibt es einen äußeren Anlass, der offensichtlich ist. Wie etwa ein Schicksalsschlag in der Familie oder im Beruf. Ansonsten sind Anzeichen, wenn jemand immer ruhiger wird, sich zurückzieht und soziale Kontakte meidet. Auch schlechtes Schlafen kann ein Anzeichen für eine psychische Krise sein.
Wie reagiert man richtig, wenn man solche Beobachtungen bei anderen macht?
Wenn man sich Sorgen macht, das Thema einfach ansprechen. Als Gesprächspartner zur Verfügung stehen und schauen, ob es professionelle Hilfe braucht.
Wie kann man sich selbst zu Hause ganz einfach etwas Gutes für die Psyche tun?
Ganz oben steht, sich selber annehmen so wie man ist. Auch, wenn das oft gar nicht so einfach ist. Seine Kontakte pflegen, über Probleme sprechen und sorgsam mit sich umgehen. Ich empfehle außerdem Bewegung in der Natur oder ein Hobby wie etwa Kochen, Malen oder Garteln.
Die Krisenhilfe OÖ ist rund um die Uhr unter 0 732 /2177 erreichbar. www.krisenhilfeooe.at
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