„Werden nicht weichen“

Camper gegen Hotel: Kampf um Hafnersee geht weiter

Kärnten
06.10.2022 18:30

Nachdem das Land Kärnten den beliebten Hafnersee zum Verkauf ausgeschrieben hatte, wird’s jetzt ernst: Hotelgruppe erwartet am Hafnersee ein leeres Grundstück - doch der Jurist, der 130 Dauercamper vertritt, ist kampfwillig.

„Meine Mandanten – das sind 130 Dauercamper – werden nicht weichen!“, droht Rechtsanwalt Christian Ragger. Er ist der Ansicht, dass sie alle weiterhin am Ufer des idyllischen Hafnersees unbefristete Mietverträge hätten. Neuere Vereinbarungen aus dem Vorjahr seien „unter List und Zwang untergejubelt“ worden. Daher seien die Serienkündigungen nichtig.

Grundstück soll im November übergeben werden
Ganz anders sieht das die Kärntner Beteiligungsverwaltung, die das Grundstück an die Falkensteiner-Hotelgruppe verpachtet. „Wir erwarten ein geräumtes Grundstück, das wir mit 1. November an Falkensteiner übergeben“, so Vorstand Martin Payer. Würde es zu Verzögerungen kommen, müsste man Schadenersatzforderungen an die Dauercamper stellen. „Aber so weit wollen wir nicht denken – unserer Meinung nach ist alles geklärt.“

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Wir investieren 21 Millionen Euro in ein hochwertiges Premium-Camping-Konzept; bei der Ausschreibung waren Dauercamper explizit ausgeschlossen.

Falkensteiner-Sprecherin Alexandra Geyer

Das glaubt auch Falkensteiner-Sprecherin Alexandra Geyer: „Wir investieren 21 Millionen Euro in ein hochwertiges Premium-Camping-Konzept; bei der Ausschreibung waren Dauercamper explizit ausgeschlossen.“ Man wolle verantwortungsvoll mit dem Naturjuwel umgehen, das Naturschutzgebiet am Moorsee erhalten, 60 Arbeitsplätze schaffen und auch einen öffentlichen Seezugang anbieten. Ob dieser kostenfrei wird oder es ein Strandbad mit ortsüblichen Preisen wird, sei noch nicht festgelegt.

Camper gründen Verein, um See zu übernehmen
Doch Ragger hat ganz andere Visionen: „Die Camper gründen einen Verein und übernehmen den Hafnersee selbst, mit einem Pachtvertrag auf 99 Jahre. Sie könnten auch das Hotel betreiben.“ Ragger als Hotelier für die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Nationalrat? „Nein, nein“, wehrt er ab, erwartet sich aber zumindest Gesprächsbereitschaft aller Beteiligten - was weiteren Sprengstoff bietet, da ihn und KBV-Payer nach unflätigen Beleidigungen Raggers wohl einiges trennt.

„Sonst gehen wir notfalls bis zum Obersten Gerichtshof. Bis es eine Entscheidung gibt, kann es Jahre dauern.“ Was Falkensteiner arg vergrämen dürfte: Denn die Planung für das Großprojekt läuft, 2025 rechnet man mit der Eröffnung.

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