Sozialpartner einig

Erhalt der Almen wichtiger als Schutz von Wölfen

Tirol
29.09.2022 09:00

Hunderte von Wölfen zerstückelte Almtiere sind heuer zu beklagen, „wenn wir nichts unternehmen, sind es bald Tausende“, warnen die Sozialpartner in seltener Einigkeit. Und eine Umfrage zeigt, was die Tiroler darüber denken.

Heuer wurden bereits 17 Wolfsindividuen und zwei Bären in Tirol nachgewiesen. Besonders Osttirol hat sich zu einem Hotspot entwickelt. Sogar ein Rind wurde gerissen. „Die bisherige Vorgehensweise ist gescheitert. Daher braucht es künftig eine Anpassung im Jagdgesetz, um schneller handeln zu können“, sagte am Mittwoch LWK-Präsident Josef Hechenberger, flankiert von den Präsidenten der Wirtschafts- und Arbeiterkammer. Ein eher seltenes Bild.

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Wolf und Bär sind ein gesamtgesellschaftliches Problem, das wir jetzt noch in den Griff bekommen können.

AK-Präsident Erwin Zangerl

Hintergrund war die Generalversammlung des von den Sozialpartnern getragenen Vereins „Almohnewolf.at“, wo eine neue Imad-Studie über die Wolfsfrage in Tirol präsentiert wurde. „In dieser Umfrage mit 500 Teilnehmern bestätigten drei Viertel der Befragten, dass der Erhalt unserer Almen mit frei lebenden Tieren für sich Vorrang gegenüber dem Wolf haben muss“, betonte Vereinsobmann Hechenberger.

Keine uneingeschränkte Ausbreitung
Aus der Studie geht weiters hervor, dass sich der Wolf nicht uneingeschränkt in Tirol ausbreiten darf und soll. Das unterstreicht WK-Präsident Walser: „Die Almwirtschaft bildet die Basis für unseren Tourismus, gerade im Sommer, der immer wichtiger wird. Fällt sie weg, verlieren wir wertvolle Infrastruktur, die Gäste und Einheimische schätzen und die wir nicht künstlich aufrechterhalten können. Das ist den Leuten einfach wichtiger als der Wolf.“

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70% der Befragten fordern eine Lösung auf nationaler Ebene. Das sehe ich genauso. Sonst haben wir alle das Nachsehen.

WK-Präsident Christoph Walser

Wolf seit 2017 nicht mehr gefährdet
Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 18.000 und 25.000 Wölfe in Europa leben. Vor einer aussterbenden Art könne keine Rede mehr sein. Deshalb müsse die 30 Jahre alte EU-Richtlinie angepasst werden.

Arbeitsplätze gefährdet
AK-Präsident Erwin Zangerl führte „Tausende Arbeitsplätze im ganzen Land“ ins Treffen, die mit der Tourismus- und Freizeitwirtschaft verbunden sind. Der Wolf sei seit 2017 nicht mehr vom Aussterben bedroht und habe keine natürlichen Feinde. Es gehe ihm keinesfalls um eine „Aufforderung, Tirol wolfsfrei zu machen“, sagt Zangerl, sondern lediglich um „Problemwölfe, die Nutztiere reißen und sich ins Siedlungsgebiet begeben“. Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie Gefahren für Kinder in puncto Großraubtiere sehen.

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