Katastrophe verhindern

Betrieb von Saporischschja komplett gestoppt

Ausland
11.09.2022 08:39

Der Betrieb des von russischen Truppen besetzten ukrainischen Atomkraftwerkes Saporischschja ist nach Angaben des staatlichen Betreibers vollkommen eingestellt worden. Auch der sechste und damit letzte Block der Anlage sei vom Stromnetz genommen worden, teilt Energoatom mit. Rings um das größte AKW in Europa kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen ukrainischen und russischen Truppen. Das Gelände des in der Stadt Enerhodar gelegenen Kraftwerks wurde wiederholt getroffen.

Laut Energoatom arbeitete das AKW in den vergangenen drei Tagen bereits im „Inselbetrieb“, das heißt, es produzierte nur noch Strom zur Eigenversorgung, weil alle Verbindungslinien zum ukrainischen Stromnetz durch den Beschuss unterbrochen worden seien. Am Samstagabend sei dann eine Leitung zum Stromnetz wiederhergestellt worden. Daraufhin sei entschieden worden, das AKW über diese Leitung zu versorgen, den letzten funktionierenden Reaktorblock abzuschalten und auf den sicheren Kaltzustand herunterzukühlen.

Bereits im August gab es eine Notabschaltung des Kraftwerks. Vorausgegangen war ein Beschuss der Anlage, für den sich die Kriegsparteien gegenseitig verantwortlich machten.

Experten warnen vor einer Katastrophe
Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) warnen wegen der instabilen Lage in der Atomanlage vor einer Katastrophe. Sie zeigten sich besorgt über die fehlende externe Stromversorgung für die Kühlung von Reaktorkernen und Atommüll.

Das AKW war am Samstagabend auch Thema eines Telefongesprächs des französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj. Macron sprach sich dabei erneut für einen Abzug der russischen Truppen aus dem AKW aus. Beide Präsidenten hätten ihre Unterstützung für die Arbeit der IAEA-Experten an Ort und Stelle bekundet.

Die Ukraine hatte in den vergangenen Tagen im Rahmen einer Offensive überraschend große Erfolge gegen die Besatzer erzielt. Diese erklärten am Samstag ihren Rückzug aus wichtigen Städten der Region Charkiw, es gab auch Berichte über ein Vorrücken in den Regionen Donezk und Luhansk.

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