Daten gestohlen

Hacker-Angriff auch auf Weiz: „Wir hatten Glück“

Steiermark
08.09.2022 07:00

Hacker haben die Verwaltung der Stadtgemeinde Feldbach lahmgelegt und fordern Lösegeld. Vor zwei Jahren war Weiz mit einer ähnlichen Cyber-Attacke konfrontiert - und kam glimpflich davon.

Beim Blick auf den Countdown am Bildschirm vor ihm war Erwin Eggenreich alles andere als entspannt. Was wird passieren, wenn die von den Cyber-Kriminellen gesetzte Frist in wenigen Sekunden abläuft und bis dahin nicht das geforderte Lösegeld eingetroffen ist?

Nichts ist passiert. Und so kann Eggenreich mittlerweile gelassener über den Vorfall im Mai 2020 sprechen. Damals war die Stadt Weiz Opfer eines Angriffs von Hackern. Gestohlen wurden insgesamt 27 Gigabyte an Daten von einem alten Laufwerk aus dem Jahr 2018. Die Diebe drohten damit, die Beute im sogenannten Darknet, einem abgeschotteten Sammelplatz von Kriminellen im Internet, zu veröffentlichen - und sie wollten eine hohe Summe in der Kryptowährung Bitcoin.

Zitat Icon

Wir hatten richtig Glück. Die Verwaltung konnte weiterarbeiten, da nur ein Backup betroffen war.

Erwin Eggenreich, Bürgermeister von Weiz

Trotz hoher Investition keine 100-prozentige Sicherheit
Bange Tage begannen für Eggenreich und sein Team. Unterstützung erhielten sie von Spezialisten der Polizei und IT-Experten. Letztlich habe man richtig Glück gehabt, dass nicht mehr passiert sei, sagt der Weizer Bürgermeister im Rückblick. Seit dem Vorfall wurde viel in die IT-Sicherheit investiert. Eine Garantie, dass man nicht noch einmal Opfer wird, hat man aber nicht, ist er realistisch.

Südoststeirer wollen nicht zahlen
Das beweist auch das aktuelle Beispiel Feldbach. Die Bezirksstadt wurde trotz vorbildlicher Vorbereitung (inklusive simulierten Angriffs im April) Opfer eines Hackerangriffs. Bis zu zehn Terrabyte an Daten sind nicht abrufbar, zumindest bis Montag muss die Gemeinde den digitalen Betrieb weitgehend einstellen. Auch im Fall von Feldbach verlangen die Angreifer Lösegeld in einer Kryptowährung. Die Südoststeirer weigern sich bisher aber.

Kärnten unterstützt Feldbach
Und man erhält Unterstützung vom bisher prominentesten Hacker-Opfer in der öffentlichen Verwaltung: Das Land Kärnten war im Juni lahmgelegt, nun stellt man laut Landeshauptmann Peter Kaiser auf Bitte der Feldbacher gerne seine Erfahrungen und Experten zur Verfügung.

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