Drei Mumien ruhen im Gruftraum des Stifts Waldhausen. Die Toten wurden auf aufwändige Weise wissenschaftlich untersucht - nun werden die Erkenntnisse in Buchform veröffentlicht. Die Identitäten der Mumien konnten geklärt werden, es handelt sich um drei Pröpste des Stifts.
Jeder, der Interesse hat, kann den drei Mumien in der ehemaligen Stiftskirche Waldhausen einen Besuch abstatten - Jahrhunderte nach ihrem Tod wurden die vorerst unbekannten Leichen seit 2019 von Experten untersucht, u. a. vom Konservierungsbeauftragten der Eismumie „Ötzi“, Oliver Peschel. Die mumifizierten Körper wurden Computertomographien, Radiokarbondatierungen, chemischen und mikrobiologischen Analysen unterzogen.
Die Ergebnisse werden im Sachbuch „dieser Zeitlichkeit entrissen“ präsentiert: Bei den Bestatteten handelt es sich um drei Pröpste aus dem 17. Jahrhundert. Maximilian Rathgeb, der während langer Kriegsjahre Propst war, Laurenz Voss, der Erbauer der barocken Stiftskirche, und Marzellin Wilhelm, der jung starb. Bei Letzterem war es auch möglich, eine Gesichtsrekonstruktion vorzunehmen.
„Alle drei Pröpste genossen zwar eine gute Narhungsversorgung, litten aber u. a. an Tuberkulose oder Arteriosklerose und durchlebten ein Jahrhundert, das von kriegerischen Auseinandersetzungen und Seuchen geprägt war“, berichtet Judith Wimmer vom Kunstreferat und Diözesankonservatorat Linz.
Buchpräsentation: 4. 9., 14 Uhr Stiftskirche in Waldhausen
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.