Um Großeinsätze der Wasserrettung und Tragödien so gut es geht zu vermeiden, bieten Kajakschulen und Vereine Kurse und Trainings an. Ein Einstieg ist auch für Kinder möglich. Dennoch sollte man die Flüsse kennen und auf die Besonderheiten achten. Dass unerfahrene Kajakfahrer nicht gleich mit einer Fahrt auf einem Wildbach beginnen sollten, sagt der Hausverstand. Michael Waldburger von der Kajakschule Osttirol erklärt, worauf es ankommt.
„Krone“: Was wird vorausgesetzt, um als Kajakfahrer in einen Fluss einzusteigen?
Michael Waldburger: Es braucht eine gewisse Vorerfahrung. Mit Anfängern geht es aber auch. Ich gehe am Teich für eineinhalb Stunden ein bisschen üben und dann fahre ich einen kurzen Abschnitt auf der Isel.
Wie sieht ein Anfängertraining bei euch aus?
Zuerst erklärt man, wie die Boote funktionieren. Die Voraussetzung ist auch die Sicherheitsausrüstung mit Neoprenanzug, Jacke, Schwimmweste und Helm. Dann lernt man am See geradeausfahren. Auch das Aufkanten ist ganz wichtig. Das ist nicht ganz leicht mit Wildwasserbooten, die ja dafür gemacht sind, wendig zu sein. Das dauert am ersten Tag rund vier Stunden.
Unsere Bäche haben einen hohen Wasserdruck, da ist man gleich mal doppelt so schnell, als auf anderen Flüssen.
Michael Waldburger, Besitzer der Kajakschule Osttirol
Ab wann können Kinder mit dem Kajaksport anfangen?
Ich beginne mit Jugendlichen ab 14, der Kajakclub nimmt sie ab zehn Jahren auf. Dort haben sie Schnuppertage und gehen vorher auf den See. Man braucht aber auch Schwimmkenntnisse und einen starken Kopf.
Das heißt, in Gefahrensituationen richtig und ruhig zu reagieren?
Genau. Meistens, bevor man in den Bach geht, übt man das Aussteigen, lernt, wie man das Boot umdreht, geht Wildwasserschwimmen und legt sich mit Schwimmweste in die Strömung. Da soll man das Vertrauen bekommen, dass die Schwimmweste oben bleibt.
Ganz viele Leute haben auch Hemmungen, einen Notruf abzusetzen, wenn sie was verloren haben, um einen Fehleinsatz zu vermeiden.
Michael Waldburger, Besitzer der Kajakschule Osttirol
Unterschätzen Leute, etwa Touristen, die Tiroler Bäche?
Prinzipiell ja. Mit denen fange ich dann meistens etwas leichter an, als sie sich selber einstufen würden. Viele von ihnen fahren zwar auf Bächen, können aber nicht mit der höheren Strömungsgeschwindigkeit umgehen. Das Aufkanten in der stärkeren Strömung ist schon etwas anderes, als nur ein bisschen zu paddeln. Unsere Bäche haben einen hohen Wasserdruck, da ist man gleich mal doppelt so schnell, als auf anderen Flüssen.
Gibt es auch Probleme bei Anfängern?
Eher nicht, da die Anfänger einen Kurs buchen und wir die Technik von Beginn an richtig lernen und im leichten Wildwasser anfangen. Wir arbeiten mit der Wasserrettung an einem Sicherheitskonzept, Tafeln beim Ein- und Aussteigen anzubringen. Ganz viele Leute haben auch Hemmungen, einen Notruf abzusetzen, wenn sie was verloren haben, um einen Fehleinsatz zu vermeiden.
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