Kein einziges steirisches, an der Börse notiertes Unternehmen hat eine Frau im Vorstand. In den Aufsichtsräten zeigt sich allerdings seit 2018, dass die gesetzlich vorgegebene Quote wirkt, sagt eine Expertin.
Nicht einmal zehn Prozent – so lautet die Bilanz, wenn man den Frauenanteil in Vorständen von österreichischen Börsenunternehmen errechnet, wie das die Beratungsfirma Ernst & Young (EY) kürzlich getan hat. In der Steiermark ist die Quote allerdings noch desaströser.
Derzeit hat nämlich kein einziges börsennotiertes Unternehmen eine Frau im Vorstand. Simone Faath hat sich im Oktober bei AT&S zurückgezogen. Bei der ams-Osram AG, Andritz AG, Mayr-Melnhof Karton AG (offizieller Firmensitz in Wien) und Binder & Co. AG lachen ausschließlich Männer im Anzug von den Fotos der Vorständen.
Aufsichtsräte werden immer weiblicher
Ein anderes Bild zeigt sich bei den Aufsichtsräten (Gremien, die den Vorstand kontrollieren). Hier gilt seit 2018 eine gesetzliche Geschlechterquote von mindestens 30 zu 70. Bei den steirischen Börsenunternehmen lag der Frauenanteil 2021 bei 27 Prozent (+7 Prozentpunkte seit 2019), bei Beteiligungsgesellschaften noch höher (Stadt Graz: 44 Prozent, Land Steiermark: 40 Prozent).
„Gerade im Aufsichtsrat sehen wir, dass eine Quote wirkt“, sagt Christiane Katschnig-Otter von der Initiative Felin. Sie setzt sich für Frauen in Führungspositionen ein und berechnet die steirischen Frauenquoten alle zwei Jahre.
Viele junge Frauen haben keine Hoffnung, jemals in eine Führungsposition zu kommen. Sie brauchen dringend Vorbilder, Ziele und Perspektiven.
Christiane Katschnig-Otter, Felin (Female Leaders Initiative)
Katschnig-Otters wichtigste Botschaft: „Es braucht Vorbilder, damit Frauen ein Ziel und eine Perspektive bekommen.“ Durch männerdominierte Netzwerke sei es oft schwerer, Kandidatinnen zu finden. „Aber dort, wo man sucht, wird man fündig. Es gibt so viele top-qualifizierte Frauen!“
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