2029 Aufgriffe

Erneute Flucht über die Brücke von Andau

Burgenland
26.07.2022 06:00

Die geschichtsträchtige Holzkonstruktion ist baufällig, ganz ohne Bretterboden - dennoch hantelten sich viele Migranten am Wochenende aus Ungarn auf akrobatische Art und Weise über die Grenze ins Burgenland.

Berühmtheit erlangte die Brücke von Andau nach der Niederschlagung des Volksaufstandes in unserem östlichen Nachbarland im Jahr 1956. Mehr als 200.000 Ungarn flüchteten, Tausende davon über die kleine Holzbrücke über den Einser-Kanal an der Staatsgrenze im Seewinkel.

Migranten bei Brücke
Im November 1956 von ungarischen Soldaten gesprengt und 1996 als Denkmal wieder errichtet, rückt der symbolische Weg in die Freiheit erneut in den Mittelpunkt von einschneidenden Ereignissen. Mittlerweile baufällig geworden und gesperrt, sorgten am Wochenende viele Migranten für aufsehenerregende Momente rund um das geschichtsträchtige Bauwerk.

Da die Bodenbretter längst entfernt worden waren, kletterten die Flüchtlinge auf spektakuläre Weise über die Brücke von Andau. „Festgeklammert an den tragenden Elementen, hantelten sie sich mit letzter Kraft und fast schon akrobatisch von einer Seite auf die andere“, berichtet ein Zeuge. Wenig später wurden die jungen Männer aufgegriffen. Die „Fluchtstraße“, wie der neun Kilometer lange Weg zwischen der Brücke und Andau genannt wird, erhielt eine neue Bedeutung.

Bei einem Maisfeld in der Nähe wurden diese Migranten aufgegriffen. (Bild: Christian Schulter)
Bei einem Maisfeld in der Nähe wurden diese Migranten aufgegriffen.

Über 2000 in sieben Tagen
Die Aufgriffe von Andau zählten zu den auffälligsten in der vergangenen Woche. Insgesamt wurden 2029 Migranten gemeldet und registriert, die meisten am Montag (343 Aufgriffe), Samstag (368) und Sonntag (362).

Ganz klar liegen die Bezirke Neusiedl am See mit 1064 Flüchtlingen und Oberpullendorf mit 877 Grenzgängern voran. Einen starken Anstieg melden die Behörden ebenso bei Asylanträgen. 40.000 waren es 2021, Tendenz extrem steigend. „Mehr als ein Drittel der Verfahren in Österreich fielen positiv aus“, heißt es.

Christian Schulter
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