Aktion gegen Bande

Rio: 18 Tote bei Polizeieinsatz in Armenviertel

Ausland
22.07.2022 06:52

Bei einem Polizeieinsatz in einem der größten Armenviertel der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro sind mindestens 18 Menschen getötet worden. Davon seien 16 mutmaßliche Kriminelle gewesen, teilte die Polizei am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Bei einem der beiden anderen Opfer handelte es sich demnach um einen Polizisten, das brasilianische Nachrichtenportal „G1“ berichtete zudem von einer getöteten Bewohnerin.

Ziel der Aktion in dem aus mehreren Favelas bestehenden Komplex mit rund 70.000 Bewohnern im Norden der Stadt war demnach eine Bande, die Fahrzeug- und Frachtdiebstähle begangen sowie Banken überfallen haben soll. Es wäre ihm „lieber gewesen, sie hätten nicht reagiert, aber leider haben sie es bevorzugt, die Polizei anzugreifen“, sagte Polizeisprecher Ronaldo Oliveira bei einer Pressekonferenz. Der Einsatz hatte am frühen Morgen begonnen, an die 400 Polizisten - unterstützt von vier Helikoptern und zehn gepanzerten Fahrzeugen - waren beteiligt.

Im Mai waren bei einem ähnlichen Einsatz in dem Armenviertel Vila Cruzeiro in Rio 24 Menschen ums Leben gekommen, vor mehr als einem Jahr hatten Polizisten bei der blutigsten Operation in Rios Geschichte in der Favela Jacarezinho sogar mindestens 28 mutmaßliche Mitglieder von Drogenbanden getötet.

Banden ringen um Kontrolle in Armenvierteln
Mächtige Banden ringen in den Armenvierteln um die Kontrolle über den Drogenhandel und die Schutzgeldgeschäfte. Die Gewalt schwappt immer wieder auch auf andere Teile Rios über und trifft Unbeteiligte. In keinem anderen Land der Welt kommen so viele Menschen bei Polizeieinsätzen ums Leben wie in Brasilien.

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