
Weil es wochenlang keine Sitzung für die Wahl des Vorsitzenden im Prüfungsausschuss gab, übte SPÖ in Guntramsdorf heftige Kritik am Stellvertreter. Dieser überlegt seinerseits nun eine Klage.
Seit Ende Mai steht der Prüfungsausschuss des Gemeinderates in Guntramsdorf, Bezirk Mödling, nach einer Personalrochade ohne Vorsitz da. Und obwohl mit Melanie Dungl (ÖVP) intern längst eine Nachfolgerin feststand, dauerte es bis vorgestern, ehe sie auch gewählt wurde. Für die regierende SPÖ ist der Schuldige rasch gefunden: nämlich der stellvertretende Vorsitzende Stefan Berndorfer von der Liste „Lebenswertes Guntramsdorf“ des FPÖ-Abtrünnigen Christian Höbart.
„Urlaubskassa aufbessern“
Die Sozialdemokraten sehen nämlich eigennütziges Verhalten hinter der Verzögerung. „Lieber fährt Berndorfer in Urlaub, anstatt zu arbeiten. Dafür besserte er sich in dieser Zeit die Urlaubskasse mit dem Bezug des Vorsitzenden auf, den er sogar im Rathaus einforderte“, kritisiert SPÖ-Fraktionsobmann David Loretto. Erst nach mehrfacher Urgenz sei Berndorfer seiner Aufgabe, eine Sitzung zur Wahl einzuberufen, nachgekommen.
Sogar die roten Mitglieder des Ausschusses wussten, dass ich im Juni nicht da bin. Man hätte nur mit ihnen vorab sprechen müssen.
Stefan Berndorfer von der Liste „Lebenswertes Guntramsdorf“
„Reine Nebelgranate“
Als „reine Nebelgranate“ weist der Kritisierte die Vorwürfe zurück. „Ich habe immer betont, dass ich im Juni nicht da bin und wir den Termin im Juli nachholen. Das war für die anderen Mitglieder auch in Ordnung“, erklärt Berndorfer. Zwar stimme es, dass er den Bezug des Vorsitzenden einforderte („Er steht mir auch zu“), die übrigen Aussagen nennt er aber „skandalös“. „Ich prüfe rechtliche Schritte wegen Rufschädigung“, kündigt Berndorfer bereits an.
Übrigens: Die Sitzung Dienstagabend dauerte keine zehn Minuten.













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