19.07.2022 05:30 |

Wassyl Chymynez:

„Currentzis ist ein Teil des System Putins“

Der ukrainische Botschafter in Österreich findet vor erstem Festspiel-Auftritt von Teodor Currentzis deutliche Worte.

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Teodor Currentzis ist Star-Dirigent, Ausnahmekünstler und Enfant terrible der Klassik-Szene. Wegen seines bisherigen Schweigens zum russischen Angriff auf die Ukraine hat der griechisch-russische Currentzis viel Kritik einstecken müssen. Sein Orchester und Chor MusicAeterna wird von der sanktionierten russischen VTB-Bank finanziert.

Bei den Salzburger Festspielen haben Teodor Currentzis und sein Chor heute, Dienstag, ihren ersten Auftritt. Im Vorfeld wurde das Engagement von zig Seiten kritisiert. Deutliche Worte kamen von Wassyl Chymynez. Der Botschafter der Ukraine in Österreich attackierte die Festspiele bereits im April in einem „Krone“-Interview für ihre Entscheidung. Der Auftritt des Dirigenten und seiner Musiker blieb aber weiter aufrecht.

Kurz vor dem Festspielauftakt und Currentzis erstem Auftritt sprach der Botschafter erneut mit der „Krone“: „Während Bomben auf die Ukraine fallen, wird ein Orchester Currentzis auf der höchsten Bühne Österreichs spielen“, so der empörte Botschafter.

„Putins Krieg ist ein Angriff auf ganz Europa“
Chymynez betonte, dass alle öffentliche Rufe bisher nicht gehört wurden. Der Diplomat sieht das Engagement auch als mangelnden Respekt gegenüber seinen Landsleuten. „Man hat keine moralischen Konsequenzen gezogen!“ Mit dem Auftritt Currentzis heute Abend bewiesen die Salzburger Festspiele eine zynische, amoralische Respektlosigkeit gegenüber den Ukrainern. „Damit stehen die Salzburger Festspiele auf einer Linie mit dem System Putin. Currentzis ist Teil dieses Systems.“

Für Unverständnis sorgt beim Botschafter auch, dass Europa noch immer nicht die Tragweite des Krieges erkannt hat: „Putins Krieg ist ein Angriff auf ganz Europa. Auf seine Werte und auch seine freie Ordnung.“

Wie sich die Festspiele auf eventuelle Stör- oder Protestaktionen um Currentzis Auftritte vorbereiten, wollten diese auf „Krone“-Anfrage nicht verraten. Man passe das Sicherheitskonzept aber regelmäßig auf aktuelle Risikosituationen an, so eine Sprecherin. Die Salzburger Polizei sieht dem Auftritt gelassen entgegen. Es gäbe keine speziellen Gefährdungsmomente.

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