Lebensgefahr besteht für einen Afghanen (25), der seit Montagnachmittag aus der Bundes-Asylunterkunft Thalham in St. Georgen/Attergau in Oberösterreich verschwunden ist. Er ist mit dem ansteckenden Diphtherie-Erreger infiziert. Die Bakterien befallen die Haut oder die Atemwege und können - wenn die Krankheit nicht behandelt wird - ein Gift absondern, das im schlimmsten Fall tödlich ist.
Heuer gab es in Wien bereits zwei Fälle von Diphtherie, wobei ein Afghane verstorben ist. Allerdings können Infizierte symptomlos bleiben, aber ansteckend sein. Vermutlich weiß der Afghane, der aus Thalham verschwunden ist, gar nicht, dass er infiziert ist. Der 25-Jährige war am 30. Juni in Klagenfurt (Kärnten) untersucht worden, weil er eine Wunde am Bein hatte.
Am nächsten Tag kam er nach Oberösterreich, wo er sich aber nicht nochmal untersuchen lassen wollte. Als dann am Montag die Diagnose Diphtherie aus Kärnten eintraf, war der Asylwerber verschwunden – er hatte Ausgang und war nicht zurückgekehrt.
Krankheit galt als ausgerottet
Inzwischen sucht ihn die Polizei, seine engsten Kontaktpersonen werden gegen Diphtherie geimpft und sollen ihren Gesundheitszustand beobachten - Diphtherie hat eine Inkubationszeit von zwei bis sechs Tagen und ist in Österreich eine meldepflichtige Krankheit. Bei uns galt die Krankheit bis Ende 2014 als ausgerottet, es hatte 20 Jahre lang keinen Fall gegeben. Die Durchimpfungsrate gegen den Erreger ist gesunken, wird bei Jugendlichen mit über 85 Prozent angegeben.
Vor einem Jahr hatte es in Thalham schon einmal Gesundheitsalarm gegeben, weil 39 Asylwerber aus der Corona-Quarantäne in der Einrichtung getürmt waren. Am Montag kam nach dem Bekanntwerden des Diphtheriefalls erwartungsgemäß eine Reaktion der FPÖ: „Gesundheits- und sicherheitspolitischer Skandal“, polterte Landesparteisekretär Michael Gruber.














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