Erfolg der „Krone“

Verbesserungen im Tierschutz - mit Luft nach oben

Nach den erreichten Verbesserungen bei Vollspaltenböden fordert die „Krone“ weitere Schritte von der Politik, wie etwa bei der Anbindehaltung und dem Transport von Kälbern.

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Bessere Haltungsbedingungen für unsere Tiere - das wünschen sich viele Österreicher und auch unsere Leser. In den vergangenen Wochen hat die „Krone“ unermüdlich darüber berichtet. Und dieses Engagement hat Früchte getragen! Am Freitag verkündeten die zuständigen Minister Totschnig und Rauch, dass es bei den viel kritisierten Vollspaltenböden bei Schweinen eine deutliche Verbesserung geben wird.

Politik gibt nach
So dürfen ab 2023 keine neuen Stallungen mit solchen Böden gebaut werden. Dieser Erfolg ist der „Krone“ und ihren Lesern geschuldet, sind sich auch Tierschutzorganisationen wie „Vier Pfoten“ und „VGT“ einig. Ein großer Schritt in die richtige Richtung, aber es gibt auch kritische Stimmen.

Verbesserungen kommen, aber nur langsam
So führen Experten an, dass die Übergangsfrist für bereits bestehende Stallungen viel zu lange ist. Aber immerhin – nach langem Zögern, haben die beiden Politiker hier Mut gezeigt. Doch es braucht noch mehr Taten, fordern Tierschutzorganisationen, die Wiener Tierschutzombudsfrau Eva Persy und die „Krone“!

Auch heimische Landwirte üben Kritik
„Warum wird nicht endlich die Kennzeichnungspflicht in der Gastronomie umgesetzt, denn das würde unseren Bauern tatsächlich helfen?“, fragt sich Hannes Royer, Bergbauer und Obmann von „Land schafft Leben“. Zur Erklärung: Jährlich wird das Fleisch von rund 116.000 Kälbern nach Österreich importiert.

Qualvolle Methoden
Zeitgleich exportieren wir fast 50.000 Tiere. Lebend! Oft unter katastrophalen Umständen. Tagelang! Bis nach Nordafrika. Das neue Gesetz sieht vor, dass Kälbern schon mit 21 Tagen diese Torturen zugemutet wird. Damit das Kalbfleisch möglichst hell bleibt, werden die Tierbabys in dunklen Ställen ohne Sonnenlicht, auf Betonspalten – ja, nicht nur Schweine, sondern auch Kälber und Rinder stehen auf Spaltenböden – gehalten.

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Es braucht Aufklärung, damit auch die Konsumenten wissen, was hier täglich passiert. Und dafür ist die Politik verantwortlich.

Sebastian Herzog, Landwirt

Viel Leid für weißes Fleisch
Durch falsche Ernährung leiden sie an Magengeschwüren. Sebastian Herzog ist Bauer in Salzburg und er ist fassungslos, dass diese Tierqual künftig nicht verhindert werden soll.

Permanente Anbindehaltung von Rindern bis 2030 erlaubt
Tiere in dunklen Ställen, die sich ihr ganzes Leben nicht bewegen können, sind eine Schande für Österreich und den Bauernstand. „Wir fordern außerdem eine öffentliche Anhörung mit Experten zu diesem Gesetz“ so Dietmar Keck von der SPÖ. Kommende Woche steht Tierschutz im Parlament auf der Agenda. Noch haben ÖVP und die Grünen die Möglichkeit für weitere Verbesserungen und damit den Wünschen ihrer Wähler nachzukommen. Denn die nächsten Wahlen kommen bestimmt!

Maggie Entenfellner
Maggie Entenfellner
Erich Vogl
Erich Vogl
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Sonntag, 14. August 2022
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