Die Zahl der Unfälle junger Radler nehmen stetig zu. Eine aktuelle Statistik des LKH Graz gibt Grund zur Sorge. Der Verein „Große schützen Kleine“ nimmt die Eltern in die Pflicht.
1.869 Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre mussten in den vergangenen fünf Jahren im LKH Graz nach einem Fahrradunfall behandelt werden. Somit wurde im Durchschnitt ein Kind pro Tag eingeliefert.
Diese Zahl stieg in den vergangenen Jahren massiv an, erhöhte sich binnen fünf Jahren um rund 20 Prozent und sorgte im Vorjahr für einen unrühmlichen Rekord von 400 verletzten Kindern, die im Grazer Krankenhaus landeten.
Helm an beim Radeln
Der Verein „Große schützen Kleine“ mahnt nun zu mehr Vorsicht und nimmt die Eltern in die Pflicht. Diese sollten in allen Bereichen als gutes Beispiel voran gehen - so zum Beispiel beim Tragen eines Helmes.
„Schwere Kopfverletzungen kamen bei Nicht-Helmträgern mehr als doppelt so oft vor wie bei Helmträgern; Schädel-Hirn-Traumata gar dreimal häufiger“, wird Holger Till, Präsident des Vereins und Vorstand der Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie, in einer Aussendung zitiert.
Radfahrprüfung ist kein Freifahrtschein
Auch das Üben mit den Kleinen solle nicht mit abrupt mit bestandener Radfahrprüfung (in Österreich ab 9 Jahren möglich) enden. In Österreich fallen 90 Prozent der Radunfälle von Kindern auf Buben und Mädchen, die älter als 9 Jahre alt sind.
„Wir vermuten, dass durch die einmal abgelegte Radfahrprüfung sowohl Eltern als auch Kinder die Fähigkeiten in komplexen Verkehrssituationen überschätzen. So mussten wir im Rahmen einer früheren Studie bereits feststellen, dass zwei von drei Kindern schon ein halbes Jahr nach der Prüfung die Rechtsregel nicht mehr richtig anwenden konnten“, so Till.
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