6000 Besteigungen

Glockner-Saison startet: Schutzhütten geöffnet

Bergkrone
16.06.2022 06:00

Nach dem Winter startet wieder die Glockner-Saison rund um den höchsten Berg Österreichs. Seit dem 16. Juni haben alle hochalpinen Schutzhütten rund um den Großglockner wieder geöffnet. Bis zu 6000 Bergsteiger werden in den kommenden Monaten wieder zum Kaiserkreuz in 3798 Metern Höhe aufsteigen. Vor allem für die Hüttenwirte und ihre Teams eine herausfordernde Zeit. 

Die Salmhütte war heuer die Erste der hochalpinen Schutzhütten rund um den Großglockner, die aufsperrte. Seit 17 Jahren wird die gemütliche Hütte von Helga Pratl geführt. Und auch in 2644 Metern Höhe hat sie mit den selben Problemen zu kämpfen, die den gesamten Tourismus plagen. Denn Helga und auch die anderen Hüttenwirte finden immer schwerer Mitarbeiter. „Es ist wirklich schwierig“, seufzt Helga. Trotzdem ist es für sie kein Grund zur Sorge: „Wir am Berg sind es gewöhnt anzupacken. Statt zu jammern freuen wir uns lieber auf viele Bergsteiger, die uns im Sommer auf der Salmhütte besuchen kommen.“ 

Eine große Herausforderung wird diese Glockner-Saison auch für Hüttenwirt Toni Riepler von der Erzherzog Johann Hütte, die liebevoll von Alpinisten Adlersruh genannt wird. Denn im August wird die Bergstation der Materialseilbahn in 3454 Metern Höhe erneuert. „Wir müssen deshalb davor noch so viel wie möglich Verpflegung mit der Bahn hinauf bringen“, so Toni zur „Bergkrone“. Ein logistischer Albtraum, denn direkt bei der Hütte treffen die Normal-Aufstiegsrouten von der Kärntner und der Osttiroler Seite zusammen. 

Auf der Kalser Seite hat auch Matteo Bachmann die Stüdlhütte wieder aufgesperrt, die nicht nur für Glockner-Besteigungen sondern auch als hochalpines Ausflugsziel begeistert. 

Klimawandel und fehlender Schnee machen Großglockner schwieriger

Sorgen bereitet den legendären Glocknerführern heuer nur der fehlende Schnee. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es am Beginn der Großglockner-Saison so wenig Schnee am Berg hatte“, meint der Heiligenbluter Bergführer Georg Schiechl. Mangels Niederschlägen im Winter fehle jetzt der Schnee im Hochgebirge, und das habe große Auswirkungen auf die Bergsteiger. „Die Steinschlaggefahr wird immer größer“, so „Schorsch“: „Schon jetzt siehen der Berg und die Gletscher so aus, wie wir es sonst erst im Monat August erleben.“  

Schon jetzt wird die legendäre Pallavicinirinne deshalb kaum noch geklettert. Das selbe Schicksal könnte bald auch das Eisleitl treffen, also den Normalanstieg auf den höchsten Gipfel Österreichs. Bergführer Ernst Rieger, der sich seit Jahrzehnten um die Steige rund um den Glockner kümmert, hat eine Alternative über den Südostgrat vorbereitet.

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