Ex-Spion Schirnow:

Im Visier des KGB? Karin Kneissl wehrt sich

Politik
03.06.2022 06:00

Ex-Außenministerin Karin Kneissl soll laut einem Ex-Spion und Angaben aus Agentenkreisen Kandidatin für den russischen Geheimdienst gewesen sein. Die Russland-affine Politologin spricht von Verleumdung.

Kneissl, ehemalige Außenministerin Österreichs, eine potenzielle Anlaufstelle für Spionage für Russland? Eine abenteuerliche Geschichte. Erzählt hat sie der russische Ex-Spion Sergej Schirnow im „Standard“. Kneissl sei Anfang der 1990er-Jahre im Visier als „gute Kandidatin“ für eine geheimdienstliche Anwerbung gewesen.

Auch die „Krone“ wurde mit Infos aus Geheimdienstkreisen versorgt, wonach Kneissl für die Russen als mögliche Spionin infrage gekommen sei. Tatsächlich bestätigt die Politikexpertin, mit Schirnow auf der Eliteverwaltungsschule ENA in Paris gewesen zu sein. Auf Anfrage der „Krone“ sagt sie: „Schirnow absolvierte wie ich 1992 die ENA. Ich war im Dienst des österreichischen Außenministeriums und hatte und habe zu keinem Zeitpunkt Kontakt mit einem Nachrichtendienst.“ Mit derartigen Verleumdungen setze sie sich nur vor Gericht auseinander.

Bereits 2018 habe Schirnow seltsame Behauptungen aufgestellt, denen sie keine Bedeutung beigemessen habe. Sie mutmaßt, dass die ENA aktive KGB-Mitarbeiter im internationalen Lehrgang zugelassen habe. „Ich habe die ENA auf Rat eines französischen Botschafters darauf hingewiesen, dass Schirnow Unwahrheiten verbreitet“, so Kneissl.

Legendäres Tänzchen und später Absprung
Karin Kneissl gibt österreichischen Medien keine Interviews mehr. Sie werde nur Gerichten oder einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss Rede und Antwort stehen, lässt sie wissen.

Fest steht Kneissls Affinität zu Russland und Präsident Putin. Erst vor Kurzem und nach Sanktionsdrohungen der EU hat sie den Aufsichtsrat des russischen Mineralölkonzerns Rosneft verlassen. Legendär das Tänzchen mit Putin auf ihrer Hochzeit. Er war einst als KGB-Mann in der DDR. Bis 1990. In etwa zu der Zeit, als Kneissl laut Ex-Spion ins Visier des KGB geraten sein soll.

Erich Vogl
Erich Vogl
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