Die Grazer Blitzwahl bereits am 28. Juni hat die Opposition kalt erwischt. Die NEOS haben noch gar keinen Spitzenkandidaten, der FPÖ-Spitzenkandidat kämpft mit mangelnder Bekanntheit. Doch die Themenfelder sind abgesteckt.
Auch wenn sie nach außen hin betonen, „gut gerüstet“ zu sein – insgeheim hatten die Oppositionsparteien in der steirischen Landeshauptstadt auf einen Wahltermin im Herbst gehofft. Je länger die Vorbereitungszeit, desto besser. Ein Urnengang im Frühsommer hilft eher der regierenden KPÖ, deren studentisches Klientel noch nicht auf Urlaub ist und die sich keine unangenehmen Fragen zur finanziellen Lage der Murstadt gefallen lassen muss: Denn nun kann man locker noch ein Budget für das nächste Jahr beschließen. Doch wie wollen die beiden Hauptkonkurrenten ÖVP und FPÖ Elke Kahrs „Eilzug“ in eine zweite Amtszeit stoppen?
Nun, die Volkspartei geht mit Kurt Hohensinner ins Rennen, der die Linksregierung aus Kommunisten, Grünen und Sozialdemokraten dem Vernehmen nach mit dem emotionalen Thema Verkehr zwicken wird. Die Schwarzen kritisieren seit Jahren die Öffi-Pläne, den Vorrang für Radfahrer und den Wegfall von Parkplätzen. Hohensinner wird aber auch die Felder Wirtschaft – Stichwort Ladensterben in der Innenstadt –, Familien und Bildung beackern.
Kunasek kommt sicher, Kickl wahrscheinlich
Da ihr Spitzenkandidat René Apfelknab noch weitgehend unbekannt ist, setzen die Blauen wiederum auf ihr größtes Zugpferd, Landeshauptmann Mario Kunasek, der bei diversen Veranstaltungen die Werbetrommel rühren wird. Für einen großen Auftritt angefragt ist auch Bundesparteichef Herbert Kickl. Die Themen sind gesetzt: Verkehr, Familien und natürlich Migration. So komme „mit Sicherheit“ der Neubau einer Großmoschee im Bezirk Puntigam aufs Tapet, heißt es auf Anfrage.
Die NEOS sind die einzige Partei, die noch keinen offiziellen Spitzenkandidaten für den 28. Juni haben. Erst auf einer Mitgliederversammlung im Frühjahr werden sie den Bewerber oder die Bewerberin um das Bürgermeisteramt küren. Fix ist, dass sich Gemeinderat Philipp Pointner dem pinken Wahlprozedere stellen wird. Er hat jedenfalls die besten Chancen, und seit er eine davonfahrende Straßenbahn anhalten wollte, braucht er sich um seine Bekanntheit keine Sorgen mehr zu machen …
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