Schau über Nazi-Zeit

Moskauer Museum über Gulag bekommt neuen Zweck

Ausland
21.02.2026 22:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Moskauer Museum über die berüchtigten Straf- und Arbeitslager in der ehemaligen Sowjetunion wird durch eine neue Einrichtung ersetzt. „Das neue Museum wird eine Ausstellung zeigen, die alle Phasen der Nazi-Kriegsverbrechen im Großen Vaterländischen Krieg abdeckt“, teilte die Stadtverwaltung mit.

Mit dieser Bezeichnung ist der Zweite Weltkrieg gemeint. Bei dem sogenannten Gulag handelte es sich um ein großes Netz von Straf- und Arbeitslagern in der Sowjetunion. Dorthin wurden Millionen angeblicher Verräterinnen und Verräter Russlands verbannt, viele kamen zu Tode. Die Behörden hatten das Museum bereits im November 2024 geschlossen und argumentierten damit, dass die Brandschutzvorschriften nicht eingehalten wurden.

Das Museum war bereits eine der letzten Einrichtungen in Russland, die die politische Unterdrückung während der Sowjetzeit dokumentierten. Es beherbergt Tausende Objekte ehemaliger Gefangener, darunter Briefe und persönliche Gegenstände. Aus dem Umfeld des Museums hieß es, dass die Gulag-Ausstellung in ihrer bisherigen Form „komplett abgebaut“ werde. Das Team sei besorgt, was als Nächstes geschehen werde.

„Kreml spielt Verbrechen herunter“
Kritikerinnen und Kritiker werfen dem Kreml vor, das Erbe der Sowjetunion rehabilitieren zu wollen und damals begangene Menschenrechtsverletzungen herunterzuspielen. Gleichzeitig würde der Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg hervorgehoben, um den Patriotismus zu befördern, teilten sie mit. Im Zweiten Weltkrieg waren fast 27 Millionen Menschen aus der Sowjetunion getötet worden, in keinem Land gab es höhere Opferzahlen.

Im Jahr 2021 hatten das Oberste Gericht Russlands die Nichtregierungsorganisation Memorial verboten, der ein Jahr später der Friedensnobelpreis zuerkannt wurde. Die Organisation setzt sich für die Aufarbeitung der politischen Verfolgung und des stalinistischen Terrors in der Sowjetunion, aber auch für die Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte im heutigen Russland ein.

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