„Krone“-Umfrage

Debatte über längeren Wehrdienst spaltet das Land

Innenpolitik
21.02.2026 20:00

Die Debatte über einen längeren Grundwehrdienst und eine Volksbefragung darüber spaltet das Land, wie eine aktuelle „Krone“-Umfrage zeigt. 49 Prozent halten den Grundwehrdienst für zu kurz, für 39 Prozent sind die aktuellen sechs Monate angemessen. 53 Prozent sind gegen eine Volksbefragung.

Das „Institut für Demoskopie und Datenanalyse IFDD“ hat im Auftrag der „Krone“ eine große Umfrage zum aktuell heiß diskutierten Thema Wehrpflicht durchgeführt. Befragt wurden 2600 wahlberechtigte Österreicher ab 16 Jahren. Die Schwankungsbreite liegt bei maximal 1,9 Prozent.

Demnach halten 49 Prozent der Befragten den Grundwehrdienst für zu kurz, für 39 Prozent sind die aktuellen sechs Monate angemessen. 53 Prozent sind überhaupt gegen eine Volksbefragung.

Besonders spannend: Die größte Zustimmung für die Verlängerung des Wehrdienstes findet sich unter ÖVP-Wählern mit 67 Prozent, gefolgt ausgerechnet von NEOS-Wählern mit 54 Prozent. Die Pinken stehen bei diesem Thema auf der Bremse und agieren damit gegen den Willen ihrer Anhänger.

In der Regierung gibt es noch keine Einigung.
In der Regierung gibt es noch keine Einigung.(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)

FPÖ-Affine liegen mit einer Zustimmung von 48 Prozent im Schnitt. Die geringste Sympathie für eine Verlängerung des Grundwehrdienstes gibt es unter roten Wählern mit 38 Prozent. Selbst bei den Grünen ist die Akzeptanz mit 43 Prozent größer. 90 Prozent verlangen allerdings im Falle einer Verlängerung Verbesserungen für die Grundwehrdiener!

Bei der Frage der Verlängerung des Wehrersatzdienstes ist die Zustimmung noch größer: 84 Prozent der ÖVP-Wähler und 76 Prozent der NEOS-Wähler sprechen sich dafür aus. Bei Sympathisanten von FPÖ und SPÖ sind es jeweils 62 Prozent und bei den Grünen 51 Prozent.

In der Grundsatzfrage, ob die allgemeine Wehrpflicht überhaupt beibehalten werden soll, spricht sich eine klare Mehrheit von 73 Prozent dafür aus. Auf die Gegenfrage, ob die Wehrpflicht abgeschafft und ein Berufsheer eingeführt werden soll, antworten 34 Prozent mit Ja.

So haben die Österreicher geantwortet:

(Bild: Krone KREATIV)

Die Mehrheit ist gegen eine Volksbefragung
Interessant ist auch, dass die Mehrheit der ÖVP-Anhänger (52 Prozent) gegen die von Kanzler Christian Stocker angeregte Volksbefragung ist. Unter allen 2600 Befragten sind 53 gegen und 42 für einen Volksentscheid. Der Rest macht dazu keine Angaben. „Insgesamt überwiegt die Ansicht, dass eine Verlängerung nicht zwingend per Volksbefragung entschieden werden sollte“, sagt dazu IFDD-Geschäfftsführer Christoph Haselmayer.

Für eine Verlängerung würde sich eine Mehrheit finden, allerdings unter der klaren Bedingung, dass strukturelle Verbesserungen bei Ausbildung, Organisation und Ausstattung mitgedacht werden. „Verlängerungen ohne qualitative Aufwertung finden weniger Rückhalt. Es gibt keinen Blankocheck für längere Dienste: Akzeptanz gibt es nur mit echter Reform“, so Haselmayer.

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