Ausbildung von Lehrern

Koalition will „Schools of Education“ schaffen

Innenpolitik
21.02.2026 21:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Regierungsprogramm der schwarz-rot-pinken Koalition sind „Schools of Education“ als vages Ziel genannt. Laut dem Bildungsministerium soll ab dem Frühling daran gearbeitet werden, die Ausbildung künftiger Lehrkräfte neu zu gestalten. Bei den Pädagogischen Hochschulen (PH) und der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH) sorgt das für Kritik.

Das Konzept sieht vor, dass die Universitäten „Schools of Education“ einrichten und dort jenes PH-Personal übernehmen, das bereits bisher in den gemeinsam angebotenen Lehramtsstudien tätig ist. Gebäude und Infrastruktur der derzeitigen Pädagogischen Hochschulen sollen weiter genutzt werden. Die Universitätenkonferenz teilte mit, dass dieses Modell die Ausbildung von Lehrkräften günstiger mache und die Personalplanung und Abstimmung der Studienpläne verbessere. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und technologische Fortschritte würden „möglichst ohne Zeitverzögerung“ in den Schulen ankommen.

Laut dem Plan der Regierung sollen die Universitäten schrittweise die komplette Ausbildung von Lehrkräften von Pädagogischen Hochschulen übernehmen. Davon sind auch Fort- und Weiterbildungen umfasst. 

So wird die Arbeit aktuell aufgeteilt
Die PH-Rektorenkonferenz zeigt sich gegenüber den Plänen kritisch: Ohne PHs fehle der nötige Praxisbezug, hieß es am Freitag. Derzeit sind Universitäten nur für allgemeinbildende Fächer der Sekundarstufe zuständig, und das gemeinsam mit den PHs. Die Ausbildung von Lehrkräften für die Volksschule, berufsbildende Fächer, Fort- und Weiterbildung sind wiederum Aufgaben der Pädagogischen Hochschulen. Es spreche nichts gegen eine Weiterentwicklung der Lehramtsausbildung, dazu brauche es aber ein „partnerschaftliches Miteinander“, sagte die Vorsitzende der PH-Rektorenkonferenz, Beatrix Karl.

Die ÖH kritisiert vor allem die geplante Einbindung des Volksschullehramts in den Betrieb der Universitäten. Die wissenschaftlichen Standards von Universitäten seien nicht einfach auf die Primarstufe anwendbar, wo pädagogische Qualitäten und Praxisnähe gefragt seien, heißt es in einer Aussendung. „Wer später mit Sechsjährigen arbeiten muss, braucht starke pädagogische Kenntnisse und damit gänzlich andere Lehrinhalte als jemand, der eine wissenschaftliche Karriere anstrebt“, sagte Selina Wienerroither vom Vorsitzteam. Derzeit seien Studentinnen und Studenten aber mit einem „Wirrwarr an Ausbildungsstätten“ konfrontiert, wandte die Studierendenvertretung ein. 

Zitat Icon

Wer später mit Sechsjährigen arbeitet, braucht pädagogische Kenntnisse und damit andere Lehrinhalte als jemand, der eine wissenschaftliche Karriere anstrebt.

Selina Wienerroither, Österreichische Hochschüler_innenschaft

Der Hintergrund der aktuellen Debatte ist das Regierungsprogramm. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) hat zuletzt auch sein Vorhaben für die Lehrpläne an Schulen und die Verlängerung der Volksschule auf sechs Jahre verteidigt.

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