Der Füllstand im großen Gazprom-Speicher unterhalb von Haidach in Straßwalchen beträgt immer noch null Prozent. Im Gas-Streit zwischen Deutschland und der russischen Gazprom will die Bundesregierung jetzt mit dem Anschluss ans österreichische Netz Fakten schaffen. Detaillierte Pläne dazu gibt es noch nicht. Anzunehmen ist aber, dass die Verbindung zum österreichischen Gasnetz in Salzburg entstehen soll. Eine Umsetzung heuer ist laut Speicher-Erhalter RAG Austria AG noch möglich. Die Kosten dürften bei rund zehn Millionen Euro liegen. Wer bezahlt, ist noch unklar.
Ein anderes Gasleitungsprojekt in Salzburg ist dagegen schon in der Genehmigungsphase. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Lückenschluss im heimischen Gasnetz zwischen Salzburg und Tirol. Bei der Salzburg-AG-Tochter „Salzburg Netz“ läuft der Ausbau unter dem Namen „Leitungsverbindung Salzburg-Tirol“. Dafür ist ein 21 Kilometer langes Teilstück zwischen Saalfelden und Hochfilzen geplant. Die „Salzburg Netz“ hat dafür eine internationale Ausschreibung gewonnen.
Versorgungssicherheit in Salzburgs Süden steigt
Da es zwischen Salzburg und Tirol nie eine Gasverbindung gab, wurden die westlichen Bundesländer stets aus Bayern versorgt. Der zweitgrößte Gasspeicher Europas in Haidach ist hauptsächlich für die Versorgung Bayerns zuständig und speichert mehr Gas als alle fünf Speicher in Bayern zusammen. Damit hängen auch Tirol und Vorarlberg indirekt an diesen Lagerstätten. Mit dem Lückenschluss würde zumindest Tirol ans österreichische Netz angeschlossen.
Auch die Versorgungssicherheit von Pinzgau und Pongau wäre dann im Schadensfall sichergestellt. Dazu ist die geplante Pipeline auch auf den Transport von grünem Wasserstoff ausgelegt. Die Bauarbeiten sollen Anfang 2023 beginnen und werden hauptsächlich in Leogang durchgeführt. „Wir brauchen die Leitung nicht für unsere Haushalte. Für die Betriebe in der Region ist die zusätzliche Versorgungssicherheit aber schon wichtig“, sagt Leogangs Bürgermeister Josef Grießner (ÖVP).









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