09.05.2022 12:30 |

HP, Dell, Microsoft

Chinas Regierung verbannt ausländische PC-Technik

Die chinesische Regierung will binnen zwei Jahren ausländische Computer und Software aus staatlichen Betrieben und Behörden verbannen. Statt Computern von US-Herstellern wie HP und Dell sollen chinesische PCs von Lenovo oder Huawei eingesetzt werden. Statt auf Windows dürfte sich das Reich der Mitte künftig auf das freie Betriebssystem Linux verlassen.

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Das berichtet das Wirtschaftsnachrichtenportal „Bloomberg“ unter Berufung auf mit der Materie vertraute Personen in China. Es wäre ein Kraftakt, bei dem allein bei der öffentlichen Hand rund 50 Millionen Computer ausgetauscht werden müssten, wird vorgerechnet.

Handelskrieg und Angst vor Spionage
Hintergrund sind einerseits Sicherheitsbedenken der Regierung gegenüber ausländischer Technik. Andererseits ist der Schritt auch als Retourkutsche für die anhaltenden US-Wirtschaftssanktionen gegen die chinesische IT-Industrie, vor allem den Telekommunikationsriesen Huawei, zu werten.

HP und Dell verlieren, Lenovo profitiert
An der Börse sorgte die Ankündigung für Umwälzungen: Die Aktien der US-amerikanischen IT-Konzerne HP und Dell fielen zunächst um 2,5 Prozent. Jene des chinesischen PC-Weltmarktführers Lenovo legten um fünf Prozent zu, auch chinesische Server-Produzenten profitierten. Problematisch könnte der Verzicht auf ausländische PC-Technik durch die chinesische Regierung auch für die US-Softwareindustrie werden.

Auch Microsoft Windows soll abgelöst werden
Der Software-Gigant Microsoft, der vor einigen Jahren ein eigens an die Bedürfnisse der Regierung in Peking angepasstes Windows 10 vorlegte, soll ebenfalls aus Computern chinesischer Regierungsstellen und Staatsbetriebe fliegen. Als Alternative könnte laut Heise.de eine seit 2014 entwickelte chinesische Ubuntu-Linux-Variante dienen: „Kylin“.

Ausländische Chips in chinesischen PCs erlaubt
Erlaubt bleiben ausländische Komponenten in Computern chinesischer Hersteller: Schwer zu ersetzende Bauteile wie moderne Mikroprozessoren, bei denen man auf Zulieferer wie AMD oder Intel angewiesen ist, sind vom Bann zunächst ausgenommen. Bestimmte Regierungsstellen - etwa im Bereich der Cyber-Abwehr - können außerdem Ausnahmegenehmigungen für die Nutzung ausländischer Technologie einholen.

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