05.05.2022 10:52 |

Digitale Kunst

Leopold Museum verkauft Schiele-Bilder als NFT

Nach dem Belvedere springt auch das Wiener Leopold Museum auf den NFT-Zug und verkauft insgesamt 24 Werke von Egon Schiele als „digitalen Zwilling“ - darunter auch das 1907 entstandene und bislang als verschollen geltende Frühwerk „Leopold Czihaczek am Klavier“, wie Museumsdirektor Hans-Peter Wipplinger am Donnerstag in einer Aussendung mitteilte.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Leopold Czihaczek, Ministerialrat und Oberinspektor der Kaiser Ferdinands-Nordbahn der k.k. österreichischen Staatsbahnen, war Onkel und nach dem frühen Tod von Egons Vater Adolf Schiele der Vormund des jungen Künstlers. Egon Schiele malte das Gemälde, das man bisher nur aus Vorstudien und von einer Schwarz-Weiß-Fotografie eines Zimmers kennt, kurz vor seinem 17. Geburtstag.

„Die Besitzer erklärten sich bereit, das Gemälde dem Leopold Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen. Nach der Reinigung und Restaurierung wollen wir das Gemälde in der Wien 1900-Dauerpräsentation der Öffentlichkeit zugänglich machen. Das Werk wird auch als NFT geminted und ein Bonus-Highlight zu jenen Werken sein, die wir für den bevorstehenden NFT-Launch von Schiele-Werken der Sammlung Leopold ausgewählt haben. Der Erlös soll nicht nur die Restaurierung finanzieren, sondern im Idealfall auch den Ankauf des Czihaczek-Bildnisses ermöglichen“, so Wipplinger. 

Digitale Konservierung
Wie 23 weitere Werke von Egon Schiele wird das wiederentdeckte Bild zwischen 16. und 26. Mai als NFT angeboten. Dafür ist das Leopold Museum eine Kooperation mit der NFT-Plattform LaCollection und der Österreichischen Post eingegangen. „Die Pandemie hat in der Kunstwelt zu einer rasanten Beschleunigung der Digitalisierungsprozesse geführt und NFTs zu einem festen Bestandteil vieler etablierter, traditioneller Kunstsammlungen gemacht“, erklärte Wipplinger.

„NFTs von Schieles Kunstwerken ermöglichen es uns nicht nur, die Schätze des Museums dauerhaft in der digitalen Welt zu bewahren, sondern auch mit Menschen in Kontakt zu treten, die wir mit unserem Museum in Wien bisher nicht erreichen konnten.“

Super, ultra, spezial
Die limitierten, einzigartigen digitalen Zwillinge der vom Leopold Museum ausgewählten Schiele-Werke sind nach der Auflagenhöhe in drei Kategorien unterteilt: Von „Ultra Rare“ („Tote Mutter I“, 1910, „Selbstporträt mit Lampionfrüchten“, 1912, und „Bildnis Wally Neuzil“, 1912) werden nur je zwei NFT-Originale aufgelegt und mit einem Ausrufpreis von 100.000 Euro versteigert. Die je zehn „Super Rares“ von insgesamt neun Werken werden um 15.000 Euro ausgerufen und versteigert.

Die „Rares“ können in einer zeitlich limitierten offenen Edition von bis zu 100 Stück pro Werk um je 499 Euro erworben werden. Von jedem Kunstwerk bleibt ein NFT im Besitz des Leopold Museum. Die Einnahmen sollen zur Gänze in die Restaurierung, Erhaltung und den Ankauf von Kunstwerken gehen. Das wiederentdeckte Gemälde wird als „Special Rare“ um 999 Euro zu erwerben sein - noch ehe es (gereinigt und restauriert) im Original dauerhaft im Museum gezeigt wird. Mehr Infos unter: leopoldmuseum.org/nft

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sonntag, 29. Mai 2022
Wetter Symbol