Sorgen im Innviertel

35 Ortschefs schlagen wegen des Ärztemangels Alarm

Schwer im Magen liegt den Bürgermeistern des Bezirks Ried die ärztliche Versorgung. Entweder fehlt ein Allgemeinmediziner oder es droht eine Lücke wegen einer Pensionierung. 35 der 36 Ortschefs verfassten nun einen „Hilferuf“ ans Land.
Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

„Wir fordern die Entscheidungsträger des Landes, ein Gespräch mit Ärztekammer und Gesundheitskasse zu suchen, um die Verbesserung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum zu erzielen“. Mit diesen Worten, die auch als Hilferuf verstanden werden können, verfasste 35 der 36 Bürgermeister des Bezirks Ried eine Petition.

Zitat Icon

Es liegt auf der Hand, dass die ärztliche Versorgung in das Aufgabengebiet von Gesundheitskasse und Ärztekammer fällt. Dieses Thema darf keinesfalls den Gemeinden zugespielt werden.

Johann Weirathmüller, Bürgermeister in Taiskirchen, ÖVP.

Gerichtet ist sie an die für Gesundheitsangelegenheiten zuständige LH-Vize Christine Haberlander (ÖVP). „Es kann nicht sein, dass die ärztliche Versorgung den Gemeinden zugespielt wird. Außerdem ist es derzeit so, dass es sich die reichen Gemeinden mit finanziellen Anreizen für die Ärzte richten können. Ärmere Gemeinden bekommen dafür sogar ein Rüge von den Landesprüfern, da sie nicht sorgsam genug mit Geld umgehen würden“, hofft Bürgermeistersprecher Johann Weirathmüller aus Taiskirchen auf eine baldige Reaktion von ÖVP-Parteikollegin Haberlander.

Forderung nach neuer Hausapotheken-Regelung
Die Ortschefs aus dem Bezirk sind sich einig, dass zahlreiche ausgeschriebene Stellen nicht besetzt werden, da die Mediziner fix von finanziellen Anreizen durch die Gemeinden ausgehen. „Ebenso wird die Führung einer Hausapotheke als Voraussetzung für die Bewerbung gesehen. Das geht rechtlich gar nicht, wenn im Umkreis bereits eine Apotheke offen hat“, so Weirathmüller. Weiters sei ein gerechteres Entlohnungssystem dringend notwendig.

Ärztekammer: „Weisen seit Jahren auf Probleme hin!“
Die Ärztekammer begrüßt die Petition. „Wir teilen die Sorgen der Gemeinden. Seit Jahren fordern wir die Politik auf, entgegenzusteuern. Leider gab es auf unsere Mahnungen kaum ein Echo. Wir hoffen, dass nun ehrliche Anstrengungen unternommen werden.“

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 19. Mai 2022
Wetter Symbol
(Bild: Krone KREATIV)