15.04.2022 18:20 |

45 Modelle im Test

Winterreifenpflicht endet: Die besten Sommerreifen

Ab sofort ist die situative Winterausrüstungspflicht für Pkw und Lkw (bis 3,5 Tonnen) in Österreich beendet. Eine Pflicht zur Verwendung von Sommerreifen bedeutet das nicht, doch spätestens jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die Winterpneus einzulagern. Wer noch keine Sommerreifen hat, kann sich hier heraussuchen, welche Fabrikate die besten sind.

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„Oktober bis Ostern“ ist die Faustregel für Winterreifen, rechtlich gesehen gilt die Pflicht jedes Jahr von 1. November bis 15. April und besagt, dass Autos bei Schnee, Matsch oder Eis mit Winterreifen unterwegs sein oder auf mindestens zwei Antriebsrädern Schneeketten montiert haben müssen. Faktisch ist trotzdem anzuraten, Winterreifen am Auto zu haben, wenn man nochmal in den Schnee kommt.

Häufige Frage im Frühjahr: Alte Winterreifen „zu Ende“ fahren?
Fällt ein Winterreifen unter die gesetzlich vorgeschriebene Reifenprofiltiefe von 4 mm, kann man ihn weiterhin als „Sommerreifen“ einsetzen (Mindestprofiltiefe dann: 1,6 mm). Aber ist das empfehlenswert? ÖAMTC-Reifenexperte Steffan Kerbl dazu: „Wenn ein Reifen noch 3 bis 4 mm Profiltiefe hat, keine Risse aufweist und nicht ,steinhart‘ ist, wäre es eine Verschwendung, ihn sofort zu entsorgen. Wer sich auf die eingeschränkten Fahreigenschaften einstellen kann, kann so einen Reifen ruhig noch bis ins Frühjahr hinein weiterfahren und erst wechseln, bevor es richtig warm wird. Dann entgeht man auch dem üblichen Reifenwechsel-Ansturm im Frühling.“ Aber: „Mit zunehmend sommerlichen Temperaturen nehmen die Nachteile des Winterreifens zu, Fahrverhalten und Bremswerte sind dann deutlich schlechter als beim Sommerreifen“. 

ÖAMTC und ARBÖ (Billigfabrikate) haben aktuelle Sommerreifen getestet, hier beide Tests im Überblick!

Fast nur Gewinner beim ÖAMTC, einer fällt auf
Der ÖAMTC hat 34 Fabrikate getestet. Das Ergebnis ist diesmal besonders erfreulich: Kein einziges Fabrikat fiel durch, lediglich eines sollte man bei der Kaufentscheidung tatsächlich außen vor lassen. Insgesamt erhielten elf Fabrikate das Prädikat „sehr empfehlenswert“.

Kleinwagendimension 185/65 R15
Die 16 Reifen der Dimension 185/65 R15 sind überwiegend bei Kleinwagen im Einsatz, alle wurden mindestens mit „empfehlenswert“ bewertet. Ein Reifen fiel den Testern besonders auf: „Der ,Goodyear EfficientGrip Performance 2‘ schafft einen bemerkenswerten Spagat“, sagt ÖAMTC-Reifenexperte Steffan Kerbl. „Er erreicht sowohl gute Werte im Trockenen als auch im Nassen und erzielt trotzdem einen Bestwert beim Verschleiß.“

Das gleicht einer Art Quadratur des Kreises, denn normalerweise gilt, dass für gute Fahr- und Bremseigenschaften eine eher weiche Gummimischung notwendig ist, die andererseits schlechtere Verschleißeigenschaften aufweist. So erzielen beispielsweise der „Continental EcoContact 6“ und der „Fulda EcoControl HP 2“ sehr gute Verschleißwerte, die aber mit mittelmäßigen Noten bei Nässe einhergehen. Dafür punktet der Continental mit einem Bestwert beim Kraftstoffverbrauch.

„Sehr empfehlenswert“ sind in dieser Dimension neben dem Goodyear der „Bridgestone Turanza T005“, der „Michelin Primacy 4“, der „Pirelli Cinturato P1 Verde“, der „Dunlop Sport BluResponse“ sowie der „Giti GitiSynergy H2“.

Kompakt- und Mittelklasse-Dimension 215/60 R16
Die Reifen-Dimension 215/60 R16 wird häufig in der Kompakt- und Mittelklasse verbaut und ist auch eine beliebte Größe bei Kompakt-SUVs. Gute Allrounder und damit „sehr empfehlenswert“ sind neben dem „Michelin Primacy 4“ der „Continental Premium Contact 6“, der „Bridgestone Turanza T005“, der „Dunlop Sport BluResponse“ sowie der „Toyo Tires Proxes comfort“.

Sehr gute Einzelwerte beim Verschleiß zeigten außerdem der „Debica Presto HP2“, der „Hankook Ventus Prime 3 K125“, der „Kumho Ecowing ES31“ und der „Sava Intensa hp 2“ - allerdings jeweils mit dem Nachteil eines mittelmäßigen Nässeverhaltens.

Ein Reifen schnitt im Test nur „bedingt empfehlenswerten“ ab - der Kormoran Road Performance. Zwar zeigte dieser einen Bestwert in Sachen Kraftstoffverbrauch, aber dafür deutliche Schwächen bei den Fahreigenschaften, insbesondere auf nassem Untergrund.

ARBÖ hat Billigreifen getestet
Gerade jetzt, da so ziemlich alles rund ums Autofahren teurer wird, möchten viele Menschen verständlicherweise bei den Reifen sparen. Daher hat der ARBÖ billige Sommerreifen getestet. Das Niveau ist hier allerdings insgesamt geringer. Und zwei Kandidaten sind komplett durchgefallen.

Getestet wurde die Dimension 195/55 R16, die besonders häufig auf Kleinwagen verwendet wird, einer Fahrzeugklasse, die sich in Österreich großer Beliebtheit erfreut. Allein im Jahr 2021 wurden im Klein- und Kleinstwagensegment rund 45.000 Fahrzeuge zum Verkehr zugelassen.

„Eines vorweg: Besonders hervorgetan hat sich keiner der acht getesteten Reifen“, warnt der ARBÖ. Am besten schnitt der Kleber Dynaxer HP4 ab, der mit einer Gesamtpunkteanzahl von 134 die Bewertung „sehr empfehlenswert“ um nur einen einzigen Punkt verpasst. Doch auch mit „empfehlenswert“ darf sich der Kleber als Testsieger bezeichnen. Der Dynaxer HP 4 kann alle drei Kapitelwertungen für sich entscheiden und liefert auf allen Fahrbahnuntergründen durchaus passable Werte.

Auf Platz zwei landet mit 126 Punkten der Uniroyal Rainsport5, der auf nasser Fahrbahn näher an den Testsieger herankommt als auf trockener Fahrbahn. Es könnte vor allem die Bremsleistung besser sein. Der Falken ZIEX ZE310 ECORUN sichert sich den dritten Platz. Er arbeitet zwar auf nasser und trockener Fahrbahn besser als der zweitplatzierte Uniroyal, beim Kapitel „Umwelt/Wirtschaftlichkeit“ erringt er aber mit 19 Punkten die schlechteste Bewertung des gesamten Testfeldes. „Wen lautere Abrollgeräusche aber nicht stören, der ist mit dem Falken jedenfalls gut bedient, die Fahr- und Bremswerte sind gut, womit ein ‚empfehlenswert‘ als Bewertung absolut gerechtfertigt ist“, so der Klub.

Dreimal fast durchgefallen
Dreimal vergab das Testteam die Bewertung „bedingt empfehlenswert“. Der Fulda Ecocontrol HP2 ist auf trockener Fahrbahn gut unterwegs, auf nassem Untergrund kann er aber nicht ganz mit dem Spitzenfeld mithalten. Dies trifft auch auf die beiden fünftplatzierten zu, den Matador MP47 Hectorra 3 und den Milestone Green Sport. Insbesondere der Milestone war für die Testexperten von großem Interesse, wird dieser Reifen doch hauptsächlich über Onlineportale, eine mittlerweile durchaus angenommene Bezugsquelle der Endkunden, vertrieben. Mit einer Gesamtpunkteanzahl von 116 erreichen diese beiden Pneus gerade noch ein „bedingt empfehlenswert“. Besonders bei Bremsmanövern müssen sowohl der Milestone als auch der Matador besser werden.

Die Testverlierer sind gefährlich beim Bremsen
Zwei Reifen sind durchgefallen: Der Tristar ECOPOWER 4 und der Barum Bravuris 5HM konnten insbesondere beim Bremstest, der wohl wichtigsten Testkategorie, wenig bis gar nicht überzeugen. „Unser Test zeigt, dass die Qualität günstiger Markenreifen doch noch ein Stück vom Niveau hochwertiger Markenreifen entfernt ist. Hier sollte man nicht unbedingt sparen, selbst wenn günstige Pneus für den alltäglichen Gebrauch gerade noch ausreichend sind. Im Grenzbereich werden die Unterschiede deutlich“, zieht Erich Groiss, technischer Koordinator beim ARBÖ, Bilanz.

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