Kleingärtner-Zwist

Häuser zu groß – Nachbarn sollen bei Abriss mitzahlen

Niederösterreich
08.06.2011 17:53
Dicke Luft herrscht in einer Kleingartensiedlung in Wiener Neustadt. Weil vier Mitbesitzer ihre Häuschen zu groß gebaut haben, droht diesen der Abriss. Zahlen sollen dafür aber auch die 20 Nachbarn. Bei der Behörde heißt es: "Die Anlage gehört eben allen gemeinsam." Die Betroffenen wollen sich mit allen Mitteln wehren.

Dunkle Wolken hängen in letzter Zeit über Schrebergärten in der Fischelkolonie – und zwar nicht nur wetterbedingt. Die Besitzer sind in zwei Lager gespalten. Denn vier Siedler haben bei der Errichtung ihrer Häuschen im Grünen offenbar das Augenmaß verloren.

Erlaubt sind 35 Quadratmeter. Hier stehen aber Domizile, die bis zu viermal so groß sind", sagt Thomas Izmenyi, Jurist im Rathaus. Die Bausünder wurden daher vor eineinhalb Jahren aufgefordert, ihre Heime zurechtzustutzen.

Kleingärtner haften gemeinsam
Passiert ist das bisher aber nicht. Jetzt fährt die Behörde mit schwerem Geschütz auf: Es drohen Strafen sowie der Abriss der illegalen Bauten. Die Kosten dafür müssten alle Hobbyblumenzüchter in der Siedlung tragen. Das sorgt für Aufruhr in der Gartenzwerg-Idylle: "Es ist nicht einzusehen, dass wir wegen der schwarzen Schafe zum Handkuss kommen", wettern Betroffene. 

"So ist das Gesetz", verlautet vom Magistrat. Izmenyi erklärt: "Die Kleingärtner besitzen das Grundstück miteinander und haften daher auch gemeinsam." Lösung laut dem Juristen: "Die Siedler müssten untereinander vereinbaren, dass die Eigentümer der zu groß geratenen Häuser alle Kosten übernehmen."

Eine solche Einigung ist aber nicht in Sicht. Und die dunklen Wolken brauen sich immer dichter zusammen…

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