18.03.2022 20:24 |

Nicht mehr sicher

Lemberg: Angriff war nur eine Frage der Zeit

Jetzt ist auch der Zufluchtsort im Westen nicht mehr sicher! Nach dem Blutbad auf einer Militärbasis schlugen am Freitag Raketen am Flughafen außerhalb von Lemberg ein. Mit der trügerischen Ruhe ist es nun vorbei.

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Sirenenalarm gehörte in den letzten zwei Wochen längst zum Stadtbild von Lemberg. Die Bevölkerung nahm das Heulen achselzuckend zur Kenntnis. „Sie wähnen sich in Sicherheit und glauben, Lemberg sei vor Angriffen sicher“, meinte Dolmetscherin Uliana noch vor wenigen Tagen zur „Krone“. „Meine Familie und ich suchen immer den Bunker auf. Das kann uns das Leben retten.“

Keine Todesopfer am Flughafen
Es war nur eine Frage der Zeit - Experten rechneten schon seit Tagen mit Angriffen auf den Flughafen. Am Freitag war es so weit. In den Morgenstunden rissen heftige Explosionen die Menschen aus dem Schlaf. Vier Raketen waren am Flughafengelände eingeschlagen, zwei todbringende Geschosse hatte das Militär entschärfen können. Eine Wartungshalle für Flugzeuge wurde zerstört, Todesopfer gab es zum Glück keine, eine Person wurde verletzt.

Die Einschläge kommen näher und näher zur EU-Grenze. Sonntag das Blutbad mit 35 Toten auf einer Militärbasis 30 Kilometer von Lemberg entfernt - jetzt der Angriff auf den Flughafen vor den Toren der Stadt. Schon beim Lokalaugenschein vergangene Woche war er mit meterhohen Barrikaden gesichert, gegen Wladimir Putins Bomben sind derlei Schutzmaßnahmen freilich machtlos.

Krieg ist in Lemberg angekommen
Mit der trügerischen Ruhe ist es in Lemberg vorbei. Wohl nur eine Frage der Zeit, bis erste Raketen die Stadt selbst erreichen. Die „Krone“ hatte den Zufluchtsort im Westen Mittwoch verlassen, erreichte nach sechs Stunden Polen. Tausende werden nach dem Inferno am Flughafen vermutlich ebenfalls flüchten. Sie wissen: Der Krieg ist in Lemberg angekommen.

Filipp Piatov hält seit vier Wochen die Stellung in Lemberg. Der „Bild“-Reporter, der die Explosionen am Flughafen hautnah mitbekam, zur „Krone“: „Noch herrscht eine relative Sicherheit. Ich rechne aktuell nicht mit Anschlägen.“

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