14.03.2022 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Eine bittere und bezeichnende Pointe

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Die atemberaubend rasant steigenden Energiepreise führen zu dem, wozu es auf Krisen unzureichend vorbereitete Regierungen in solchen Situationen immer führt: Man fuhrwerkt wild herum. So jetten jetzt die einen zu den Scheichs, andere veranstalten Gipfeltreffen. Der ineffektive Aktionismus dient vor allem der Selbstberuhigung.

Nicht einmal die Gutgläubigsten hätten von der Energiekonferenz im Kanzleramt Lösungen erwartet. Wie auch? Jahrzehntelanger Widerstand gegen nötige Anpassungen lässt sich nicht an einem Sonntagnachmittag auflösen.

Das letzte Mal, dass es in Österreich einen Plan zur Energiewende gab, war vor fünf Jahren unter der Kanzlerschaft von Christian Kern. Noch bevor man erfahren konnte, ob das Konzept funktioniert, war Kern schon wieder Geschichte.

Seitdem veränderte sich auf dem Energiesektor nur, was sich nicht mehr vermeiden ließ. Die Volkspartei lebt in der Vergangenheit irgendwo in der guten alten Zeit vor dem Ölpreisschock in den 1970er-Jahren. Und die Grünen sind von der Richtigkeit ihrer Ideenwelt dermaßen besessen, dass sie jeden Zweifler als potenziellen Umweltgefährder verunglimpfen.

Dabei sollte es der vorgeblichen Wirtschaftspartei ÖVP und der Öko-Truppe hinter Werner Kogler zu denken geben, dass Österreich bei Patenten für die Umwelttechnologie immer weiter zurückfällt. Es ist eine bittere und bezeichnende Pointe, dass der Industriellenvereinigung angesichts der Gaspreise nicht viel mehr einfällt, als nach Staatshilfen zu rufen.

Claus Pándi
Claus Pándi
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