Das Nein der Schweizer zur Halbierung der Rundfunkgebühr wird die Feinde des ORF kaum davon abhalten, die Frage der Haushaltsabgabe im nächsten Wahlkampf hochzukochen.
Den ORF zu verteidigen, ist gar nicht leicht. Für den Erhalt spricht, dass es ihn ewig gibt. Das bedeutet im Zeitalter der Verluste ein Stück Gewohnheit für die Generationen FS1 und FS2. Der ORF ist wie der eingedepschte Lampenschirm im Vorhaus, den man reparieren lassen sollte, aber nie in den Müll werfen würde.
Man hat sich auch daran gewöhnt, dass jeder ORF-Reporter ein Star ist, und dass manche Moderatoren selbstgerecht durch die Gegend gockeln wie französische Haubenköche. Auch das gehört zu Österreich, wo die wirklich Wichtigen im Hintergrund bleiben.
Angenehm am ORF ist, dass er nicht wirklich stört. Die „ZIB“ ist so harmlos wie die „Polit-Talks“ belanglos.
Man ist daran gewöhnt, dass die Regierungen beim Führungspersonal des ORF mitmischen. Das zählt zum Brauchtum von Parteien, die Interventionen und Mauscheleien als Säulen der Demokratie verstehen.
Ganz in dieser Manier finden ORF-Leute auch gar nichts dabei, gegen Geld diverse Veranstaltungen von Konzernen und öffentlichen Institutionen zu moderieren. Das gehört zum Selbstverständnis der öffentlich-rechtlichen Anstalt, in der viele meinen, wenn es sie nicht mehr gäbe, würde die Welt den Atem anhalten.
Der ORF ist nicht übel. Es ist seine Überheblichkeit, die ihn zur leichten Beute für seine Feinde macht.
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