Jetzt Fall für Politik

So eng waren Epstein und unser Mathematik-Genie

Österreich
08.03.2026 20:00

Der berüchtigte Mädchenhändler Jeffrey Epstein ruft jetzt auch die heimische Politik auf den Plan: Rund 7000 (!) Verbindungen des renommierten niederösterreichischen Mathematik-Professors Martin Nowak zum toten US-Sexualstraftäter werden ein Fall für das Parlament. Die Freiheitlichen verlangen in der brisanten Causa zudem eine Sondereinheit der Justiz und kritisieren die höchste wissenschaftliche Institution Österreichs scharf.

„Liebe Ghislaine, nochmals vielen Dank für deine wundervolle Gastfreundschaft. Es tut mir unendlich leid, dass ich dir so viele Sorgen bereitet und deinen Tag verdorben habe. Ich bin so froh, dass ich niemanden umgebracht habe. Meine Lebenseinstellung hat sich dadurch irgendwie verändert“ – dieses verstörende Mail schrieb der gebürtige niederösterreichische Mathematik-Guru Martin Nowak an die Komplizin des Kindesmissbrauchs-Verbrechers und Menschenfängers Jeffrey Epstein.

Überschwängliches Mail nach Besuch von „Horror-Insel“
Und zwar nach dem Besuch dessen berüchtigter und für die Opfer zum Horror gewordenen Privatinsel Little Saint James bzw. seines dortigen Luxusanwesens. Es ist nur eines von vielen Mails, Hinweisen und Kontoverbindungen, die eine – vorsichtig formuliert – höchst problematische Nahdistanz zwischen dem bald 61-jährigen Professor der renommierten US-Privatuni Harvard (mittlerweile wurde er schon beurlaubt) und Serientäter Jeffrey Epstein dokumentieren.

In den vom US-Justizministerium freigegebenen Akten tauchen brisante Verbindungen zwischen Martin Nowak und dem Mädchenhändler rund 7000 Mal auf! Neben Geschenken und Austausch über Studentinnen unterstützte dieser das Umfeld des Mathematik-Genies und dessen Programm „evolutionäre Dynamik“ unter anderem mit 6,5 Millionen Dollar.

Die weltweit renommierte US-Privatuni Harvard hat Martin Nowak nach den Vorwürfen der engen ...
Die weltweit renommierte US-Privatuni Harvard hat Martin Nowak nach den Vorwürfen der engen Verstrickungen mit Jeffrey Epstein mittlerweile beurlaubt.(Bild: AFP/RICK FRIEDMAN)

Millionen-Förderung und im Testament bedacht
Zudem bedachte der verurteilte Sexualstraftäter den Niederösterreicher in seinem Testament mit fünf Millionen Dollar! Während sich das Noch-Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gegenüber dem ORF zu den Vorwürfen („Ich bereue zutiefst, diese Unterstützung angenommen und gefördert zu haben. Ich verabscheue die Verbrechen, die Epstein begangen hat“) befragt wehrt, wird die brisante Causa jetzt ein Fall für die Politik.

Die FPÖ will demnächst eine parlamentarische Anfrage einbringen – und kritisiert das „Wegschauen und Verharmlosen bei Epsteins langem Arm in Österreich“ scharf.

„Höchste wissenschaftliche Institution als Schutzzone skandalös“
Generalsekretär Michael Schnedlitz rechnet in der „Krone“ ab: „Dass ausgerechnet die höchste wissenschaftliche Institution dieses Landes zur Schutzzone für einen Mann wird, der engste Kontakte zu einem Sexualstraftäter und Menschenhändler gepflegt hat, ist skandalös. Während in den USA durchgegriffen wird, spielt man offenbar in Wien auf Zeit.“

Zitat Icon

Dass die höchste wissenschaftliche Institution zur Schutzzone für einen Mann wird, der engste Kontakte zu einem Sexualstraftäter gepflegt hat, ist skandalös.

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz

Für Empörung bei den Freiheitlichen sorgt in diesem Zusammenhang die 500-Millionen-Förderung der Regierung für die heimische Gelehrtengesellschaft, die über die Vorwürfe seit einem Monat Bescheid weiß. Zudem verlangt die FPÖ die Einrichtung einer Sonderheit der Justiz, analog zum Vorgehen in Frankreich, um die Epstein-Akten auf Österreich-Bezüge zu durchforsten. „Warum schlafen die Behörden?“, fragt Schnedlitz.

Das Ethikkomitee der Österreichische Akademie der Wissenschaften betonte gegenüber der „Krone“, dass nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend eine Untersuchung eingeleitet worden sei.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt