Arznei-Nebenwirkungen

Wenn die Therapie das Sexleben stört

Viele chronische Krankheiten wie jene des Herzens und der Gefäße, aber auch Diabetes oder Depressionen wirken sich bei etlichen Patienten auf das Liebesleben aus. Manchmal können aber auch jene Medikamente, die eigentlich gegen diese Leiden verschrieben wurden, für solche Probleme sorgen. Keine Sorge, es gibt Auswege aus dem Dilemma!

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Über sexuelle Funktionsstörungen als Arzneimittel-Nebenwirkungen wird zu wenig geredet, auch gibt es nur selten Studien zu dem Thema. Vor allem die Beschwerden der Frauen werden hier beinahe komplett ignoriert. „Dabei dürften diese ein Problem für viele Menschen sein, die dauerhaft Medikamente einnehmen. Außerdem können solche Schwierigkeiten dazu führen, dass die Lebensqualität sinkt und die Behandlung abgebrochen wird“, so Apotheker Mag. Pharm. Dr. Gunar Stemer, Anstaltsapotheke UniKlinikum AKH Wien, am Apotheker Kongress in Schladming (Stmk.).

Eine niederländische Studie bescheinigt, dass einer von 11 Patienten mindestens eine Substanz einnimmt, die mit einem hohen Risiko für sexuelle Probleme einhergeht. Vor allem kommt es dazu, weil verschiedene Substanzen in jene Botenstoffabläufe im Körper eingreifen, welche für sexuelle Erregung und Orgasmus wichtig sind.

Grundsätzlich gilt: Verschiedenste Arzneimittel können negative Folgen für das Sexleben haben. So wirken sich viele Antidepressiva auf die Körperlichkeit aus. Besonders oft berichten Männer von einer verzögerten Ejakulation, aber auch reduziertes Verlangen wird zum Problem, ebenso wie eingeschränkte Orgasmusfähigkeit. Neuroleptika (z.B. bei Schizophrenie, Angststörungen, Schlafproblemen) hemmen bei Männern sowie Frauen ebenfalls die sexuelle Erregung. Über erektile Dysfunktion klagen viele Männer, die kardiovaskuläre Arzneien benötigen. Vor allem jene, die ältere Medikamente gegen Bluthochdruck einnehmen, wie etwa Beta Blocker oder Diuretika (Entwässerungsmedikamente). Bei neueren Mitteln (ACE Hemmer, Calziumkanalblocker) kommt es eher nicht zu diesen Nebenwirkungen.

Mag. Dr. Stemer: „Sollte ein Medikament solche Nebenwirkungen nach sich ziehen, die Therapie nicht eigenständig ändern. Es gilt, sich rasch dem behandelnden Arzt anzuvertrauen! Dann kann dieser ein alternatives Arzneimittel wählen oder die Dosis reduzieren. Auch andere Ursachen müssen ausgeschlossen werden - etwa ein ungesunder Lebensstil mit Fettleibigkeit, falscher Ernährung oder Alkohol.“

Eva Greil-Schähs
Eva Greil-Schähs
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Montag, 16. Mai 2022
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