In der Nacht auf Mittwoch ist der frühere Landesrat und ÖRK-Präsident Fredy Mayer wenige Tage vor seinem 86. Geburtstag verstorben. Sein Lebenswerk wird noch lange nachwirken.
Mit Fredy Mayer verliert Vorarlberg eine der prägendsten politischen Persönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte. Mehr noch: Mit Alfred „Fredy“ Mayer verliert das Ländle einen Menschen, der ob seiner zugänglichen, hilfsbereiten, humorvollen und immer freundlichen Art in der Bevölkerung höchstes Ansehen genoss.
Fredy Mayer war vor allem äußerst jovial, kommunikativ und hatte viel Humor. Ein Mensch mit einem guten Spruch, der auch über sich selbst lachen konnte.
Landeshauptmann Markus Wallner
Fredy Mayer war aber nicht nur beliebt, sein Wirken hat auch Spuren hinterlassen, die heute noch sichtbar sind. Sein Lebenslauf spricht diesbezüglich Bände: 1936 in Bregenz geboren, legte er nach Abschluss der Matura bei der Sparkasse Bludenz eine Bilderbuchkarriere hin. Bereits zu dieser Zeit begann er sich politisch zu engagieren, als Stadtrat lag ihm besonders der Kulturbereich am Herzen. 1974 folgte er dem Ruf aus Bregenz und zog in die Landesregierung ein. Bis 1993 war er als Landesrat für die Gesundheits- und Sozialpolitik verantwortlich.
In seiner Amtszeit hat er Akzente gesetzt, die weit über die Landesgrenzen hinaus wirkten. Auf seine Initiative hin führte Vorarlberg etwa als erste Region Europas einen Pflegezuschuss ein - das Modell wurde später vom Bund übernommen und bildete die Basis für das heutige Pflegegeld. Auch seine Idee des Familienzuschusses hat sich österreichweit durchgesetzt. Neben seiner politischen Tätigkeit war Mayer über Jahrzehnte ehrenamtlich beim Roten Kreuz engagiert. Von 1978 bis 1989 war er Vizepräsident des Landesverbands Vorarlberg, ab 1989 fungierte er als Präsident, 1999 wurde er schließlich zum Präsidenten des Österreichischen Roten Kreuzes gewählt.
Immer auf der Seite der Schwachen
Mayer krempelte die Organisation grundlegend um, vor allem aber öffnete er sie: Vormals nur im Inland in den Bereichen Rettungswesen und Blutspendedienst aktiv, machte er das Rote Kreuz auch für internationale Hilfsprojekte und Auslandseinsätzen fit. Dank seiner klaren Haltung - und dem Talent, diese auch zu kommunizieren - wurde das Rote Kreuz auch zu einer wichtigen Stimme im gesellschaftlichen Diskurs. So wie Mayer sich selbst als privilegierter Mensch in der Pflicht sah, für die Schwachen einzustehen, sah er auch das reiche Österreich in Pflicht, „einen entsprechenden Teil unseres Vermögens denen zuteilwerden zu lassen, die ihn dringend brauchen“.
Das Rote Kreuz verliert einen großen Humanisten, der die Organisation mit seiner Persönlichkeit bereichert und wie kein Zweiter geprägt und vorangebracht hat.
ÖRK-Präsident Gerald Schöpfer
Die Nachricht vom Tod Mayers hat viele erschüttert: „Das Rote Kreuz verliert einen großen Humanisten, der die Organisation mit seiner Persönlichkeit bereichert und wie kein Zweiter geprägt und vorangebracht hat. Wir sind tief betroffen und sagen Danke. Unser Mitgefühl ist bei seiner Familie“, sagte Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer. Ganz ähnlich fiel die erste Reaktion von Landeshauptmann Markus Wallner aus: „Vorarlberg trauert um einen großen Pionier und Gestalter unseres Sozial- und Gesundheitswesens, der als Mitglied der Landesregierung sowie als Präsident des Roten Kreuzes eine der prägenden und populärsten Persönlichkeiten unseres Landes war und auch weit über Vorarlberg hinaus Sozialgeschichte geschrieben hat.“












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