Mi, 15. August 2018

Streit wegen Drogen

23.05.2011 15:29

Prozess wegen versuchten Mordes in Tirol vertagt

Wegen versuchten Mordes hat sich am Montag ein 23-jähriger Tiroler vor dem Landesgericht Innsbruck verantworten müssen. Er soll im Juni 2010 im Zuge einer Auseinandersetzung vor einem Innsbrucker Hallenbad einem 25-Jährigen mit dem Messer in die Brust gestochen haben. Das Opfer war zu Prozessbeginn zwar anwesend, verschwand aber vor seiner Zeugenaussage.

Laut Staatsanwaltschaft hatte sich das Opfer nach der Tat in akuter Lebensgefahr befunden, der mutmaßliche Täter wurde vier Tage nach dem Vorfall von "Cobra"-Beamten festgenommen.

Streit um Bezahlung
Der 23-jährige Tiroler habe seinem späteren Opfer Tabletten verkaufen wollen, die der Innsbrucker mit kasachischem Geld bezahlt habe. Als er die Wertlosigkeit des Gelds erkannt habe, wollte der Verkäufer laut Anklage seine Tabletten zurück, worauf die Situation vor dem Hallenbad im Stadtteil Pradl eskaliert sei. Die Tatwaffe habe der Angreifer schließlich im Inn entsorgt.

"Mein Gehirn hat abgeschaltet"
Zu Prozessbeginn bestritt der Angeklagte jegliche Tötungsabsicht. "Mein Gehirn hat für ein paar Sekunden abgeschaltet", so der Mann, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt. Er gab auch an, das Messer nur gezückt zu haben, weil er Angst hatte, dass das Opfer auch zur Waffe greifen könnte.

Anders sieht dies Staatsanwältin Birgit Unterguggenberger: "Der Angeklagte hat zum Tatzeitpunkt mit einer tödlichen Verletzung gerechnet und sich damit abgefunden. Er hat sie ihn Kauf genommen." Zudem soll der Angeklagte gegenüber einem Zeugen gesagt haben, dass er das spätere Opfer "niederstechen werde". Dem widersprach der Beschuldigte: "Ich habe lediglich gesagt: 'Der wird riesengroße Probleme bekommen", so der 23-Jährige.

Opfer verlässt Gerichtsgebäude
Das Opfer verließ noch vor seiner Zeugeneinvernahme das Gerichtsgebäude. Dem Angeklagten drohen mindesten zehn Jahre Haft, im äußersten Fall muss er lebenslänglich hinter Gitter. Der Prozess wurde wegen der Einvernahme des Geschädigten auf den 10. Juni 2011 vertagt.

Symbolbild

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