Di, 19. Juni 2018

Zweimal vor Gericht

21.05.2011 16:57

Mutter aus Imst hadert mit dem Schicksal

Mit aller Härte prüft das Schicksal eine Imster Mutter: Erst wanderte ein Sohn in Haft, weil er an einem Raub beteiligt war, zwei Monate später starb ein weiterer Sohn als unschuldiges Opfer einer nächtlichen Schlägerei. Während der "Räuber" dreieinhalb Jahre ins Gefängnis muss, kam der Schläger mit einer bedingten Strafe davon.

Der erste Schicksalsschlag erfolgte im November des Vorjahres: Da fuhr der 22-jährige Sohn der Imsterin unter Drogeneinfluss in einem Auto mit, in dem sich zwei weitere junge Männer befanden. Während der Bursche ziemlich zugedröhnt im Auto saß, überfielen seine Freunde eine Tankstelle. Beute: 700 Euro. Das Trio wurde bald ausgeforscht und wanderte sofort in Untersuchungshaft.

Sohn stirbt unschuldig bei Schlägerei
Anfang Jänner dieses Jahres der zweite heftige Schicksalsschlag: Der zweite Sohn (24) fuhr mit seiner Freundin und weiteren Begleitern in eine Disco im Außerfern. Am Heimweg wurde die Gruppe von ihnen völlig fremden angepöbelt und beschimpft - es kam zu einer Schlägerei. Dabei wurde der alkoholisierte 24-Jährige mit einem heftigen Faustschlag unters Kinn zu Boden geschlagen. Er knallte mit dem Kopf auf den Asphalt und erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass er drei Tage später im Krankenhaus daran verstarb.

Jahrelange Haft für Raub, bedingt für Schläger
Innerhalb von nur zwei Tagen fanden dazu kürzlich die Gerichtsverhandlungen statt. Und das Ergebnis kann die verzweifelte Mutter absolut nicht verstehen: "Mein Sohn, der bei dem Überfall nur im Auto saß und unter Drogen stand, bekam dreieinhalb Jahre unbedingte Haftstrafe. Und der Bursche, der meinen zweiten Sohn getötet hat, kommt mit einer bedingten Haftstrafe von sieben Monaten davon. Und für diese milde Strafe erbat sich der Anwalt noch Bedenkzeit. Zählt ein Menschenleben heutzutage überhaupt nichts mehr?"

Dennoch zeigt die Mutter noch unheimliche Stärke. Auf die Frage, wie sie solche Schicksalsschläge verkraften kann, lautet die Antwort: "Mit viel Arbeit. Ich gehe von Montag bis Samstag meinem Beruf nach. Und ich muss mich ja auch noch um meine drei weiteren Kinder im Alter von 14, 12 und 7 Jahren kümmern."

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