Am 23. Februar 1922 wurde St. Pölten zur Statutarstadt erhoben. Bereits zuvor stand ein genauer Arbeitsplan für die weitere Entwicklung fest. Der Autor war der langjährige Finanzstadtrat Dr. Julius Fischer. Auf 30 Seiten schilderte er seine Vision für die positive Entwicklung, die zu einer signifikanten Steigerung der Lebensqualität für die Bevölkerung führte. Eine Spurensuche.
Es begann mit einer Idee: Um Maßnahmen wie den Ausbau des Gesundheits- und Sozialwesens sowie die Schaffung von leistbarem und hochwertigem Wohnraum durchführen zu können, waren laut Fischer umfangreiche Eingemeindungen von Umlandgemeinden nötig. Aufgrund der damals herrschenden schlechten Versorgungslage sollte dabei das Augenmerk auf genügend agrarische Flächen gelenkt werden, um die Stadtbevölkerung mit ausreichend Lebensmittel versorgen zu können. Ziel war es, ein St. Pölten zu schaffen, das zu einem eigenständig agierenden Lebens- und Wirtschaftsraum wird.
Langer Weg zur Landeshauptstadt
Die Einwohner der umliegenden Gemeinden davon zu überzeugen, gestaltete sich allerdings als schwierig. Am 1. Jänner 1922 wurden die Gemeinden Spratzern, Stattersdorf mit Wagram, Harland, Hart, Wörth und Viehofen eingemeindet, am 23. Februar desselben Jahres erfolgte dann die Erhebung zur Statutarstadt. Erst gut sechs Jahrzehnte später - am 10. Juli 1986 - wurde St. Pölten dann formal zur Landeshauptstadt ernannt.
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