Fr, 21. September 2018

Heikles Verbot

18.05.2011 10:23

Steirer lässt Pfarrer nur ohne Kinder in seinen Wald

Für Aufregung - vor allem in Kirchenkreisen - sorgt derzeit ein Landwirt aus dem obersteirischen Mürztal. Er hat Geistlichen, die in Begleitung unbeaufsichtigter Kinder sind, das Betreten seines Waldes untersagt - ansonsten setze es eine Anzeige. Der Steirer will damit gegen den Umgang der Kirche mit dem Thema Missbrauch protestieren. Heikel: Die Pilgerroute nach Mariazell führt durch sein Grundstück.

Was für die Diözese Graz-Seckau eine unverantwortliche Generalverurteilung darstelle und rechtlich wie auch moralisch nicht haltbar sei, ist für den Landwirt ab sofort "gültig". Da die Kirche mit Missbrauchsfällen nicht richtig umgehe, bleibe sein Wald und damit ein 1,5 Kilometer langer Teil des Pilgerwegs für Geistliche in Begleitung unbeaufsichtigter Kinder gesperrt.

Um sein privates "Kinderschutzgebiet" zu unterstreichen, hat der Obersteirer sogar eigene an Kinder gerichtete Warntafeln kreiert und angebracht. "Stopp Missbrauch" ist darauf unter anderem zu lesen.

Anzeigen unwahrscheinlich
Dass es tatsächlich zu Anzeigen kommen wird, ist allerdings zu bezweifeln. Zum einen stehen willkürliche Beschränkungen der im Forstgesetz festgeschriebenen Wegefreiheit entgegen, zum anderen dürfte es dem Waldeigentümer weniger um die Ahndung konkreter Übertretungen als um Aufmerksamkeit gehen - und eingeschlagen hat die Aktion jedenfalls.

Die Öffentlichkeit spricht darüber, die Diözese beteuert "alles zu tun, um Fälle sexuellen Missbrauchs durch kirchliche Verantwortliche aufzuarbeiten und alles Menschenmögliche zur Wiedergutmachung zu tun". Konkrete Zahlen würden, so die Kirche in einem Statement, allerdings auch zeigen, dass Pauschalverdächtigungen und "billiger Aktionismus" wie im konkreten Fall ungerechtfertigt seien: "Sie diffamieren einen ganzen Berufsstand."

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