Nach massivem Gegenwind und Unterschriftenlisten verwarf der Grazer Investor kürzlich seine Pläne für ein 55-Mio.-Euro-Hotel mit acht Baukörpern in Weerberg-Hüttegg. Kritiker sehen aber nach der Gemeinderatswahl manche Hintertür offen. Sie wollen - ausgenommen von einer Liftsanierung - den Status quo erhalten.
„Es wurde zwar der Eindruck erweckt, das Großprojekt sei gestorben. Doch für den Erhalt des Erholungsgebietes Hüttegg fehlen nach wie vor die Voraussetzungen“, warnte Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser. Er steht den örtlichen Gegnern (rund 800 Weerberger Unterschriften) bei. Gemeinsam mit Josef Leitner von der Bürgerinitiative will Gurgiser eine Auflösung des Vorvertrages, klare Aussagen des Bürgermeisters und ein Bekenntnis des Eigentümers zum erst vier Jahre alten Restaurant am Hüttegg.
Bei der Sanierung des 40 Jahre alten Schleppliftes wolle man gerne behilflich sein. „Der jahrzehntelange Weg des sanften Tourismus sollte qualitätsvoll weiterentwickelt werden“, wünscht sich Gurgiser für seinen „Hausberg“.
„Entsetzte Reaktionen von deutschen Stammgästen“
Leitner ist Religionslehrer, betreibt dazu aber auch eine Vermietung wie rund 60 andere Einheimische. „Sogar von deutschen Stammgästen haben wir entsetzte Reaktionen erlebt, als die Hotelpläne publik wurden“, schilderte er beim Pressetermin am Dienstag vor Ort. Aus der Bürgerinitiative entwickelte sich die „Liste Lebenswertes Weerberg“. Ein künftiges Raumordnungskonzept, so das Ziel, müsse derartige Großbauten verhindern.
Bürgermeister steht zum „Ansehen und Prüfen“
Bürgermeister Gerhard Angerer vermeidet das Thema im Wahlkampf offenbar bewusst. Die neuerliche Offensive der „Anti-Hotel-Front“ nervt ihn hörbar: „Es ist doch legitim, dass wir uns ein solches Projekt angesehen haben und objektiv bewerten wollten. Mehr wurde im Gemeinderat auch nicht beschlossen.“
Auf Nachfrage betont er, dass sich „ein gut ausgearbeitetes und verkleinertes Konzept“ jedenfalls eine Chance verdienen würde. „Profitieren würden auch kleine Vermieter - etwa, wenn deren Gäste die Wellnessanlage nutzen dürften“, sagt Angerer. Er bringt auch fragwürdige Methoden der Unterschriftensammlung ins Spiel. „Teils wurden über 80-Jährige regelrecht drangsaliert.“











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