Mit Katharina Liensberger, Ariane Rädler, Christine Scheyer und Johannes Strolz haben gleich vier Ski-Asse aus dem Ländle den Sprung zu den Olympischen Spielen geschafft. Bei den, Anfang März in Kanada stattfindenden, Juniorenweltmeisterschaften könnten es sogar fünf VSV-AthletInnen sein, die Österreich international vertreten. Kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Projekts, mit dem ein Name ganz besonders verbunden ist.
Lech, 5.45 Uhr. Ein Skidoo, fünfzig Tore, vier Paar Rennski. Walter Hlebayna nimmt mich mit in Richtung Steinmähderbahn, um mir ein Vorbereitungstraining für den nächsten Weltcupeinsatz zu ermöglichen. Es ist stockdunkel. Dank Vollmond und Stirnlampe setzen wir gemeinsam einen Kurs, bauen die Zeitnehmung auf. Mit dem ersten Tageslicht starte ich in meinen ersten Trainingslauf. Wenn die Lifte um neun Uhr für die Gäste öffnen, sind wir wieder weg.
Alltag für den Verantwortlichen des GOING FOR GOLD-Projekts des Vorarlberger Skiverbands. Alltag, aber alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Mit dem Ziel, wieder Medaillen nach Vorarlberg zu holen, wurde vor zehn Jahren ein Projekt ins Leben gerufen, das dem heimischen Skisport zu einem großen Schritt nach vorne verhelfen sollte. Podestplätze schienen damals außer Reichweite, die Vision einer Olympiamedaille fast utopisch. 2022 stehen nun vier Vorarlberger Alpine bei den Spielen in Peking am Start. Alle mit realistischen Medaillenchancen. Ein Produkt der GOING FOR GOLD-Initiative? Anteil hat dieses Projekt mit Sicherheit. Was aber steckt genau dahinter?
Das Kernelement sind Situationen aus dem Rennläuferalltag, wie ich sie zuvor beschrieben habe. Es gibt Zeiten, in denen die LäuferInnen individuelle, zusätzliche oder ganz spezielle Trainings oder Möglichkeiten für Materialtests benötigen. Genau das kann der ÖSV oft nicht abdecken. Und andere Landesverbände auch nicht. Möglich machen das in Vorarlberg Idealisten wie Walter, der das Amt des Spezialtrainers ehrenamtlich ausübt, begeisterte Sponsoren, die Kosten für Skidoo und Material finanzieren und engagierte Skiliftgesellschaften, die Pisten und Infrastruktur zur Verfügung stellen. Gemeinsam mit ihnen wird auch an einem weiteren Ziel des Projekts gearbeitet: der Entwicklung permanenter Trainingsstrecken. Für die Elite, vor allem aber für die Medaillenhoffnungen der Zukunft. Zu den drei bestehenden Strecken sollen bald noch weitere dazukommen.
In den nächsten Tagen sind alle Augen aber auf Olympia gerichtet. Von künstlichem Druck und Erwartungshaltungen hält Walter nicht viel. Ob unsere AthletInnen mit Edelmetall aus China zurück ins Ländle kommen, hänge von zu vielen Faktoren ab, meint der VSV-Präsident. Auch deshalb will er keine Medaillenprognose abgeben. Fakt ist aber: drei der vier Vorarlberger StarterInnen haben bereits ein Weltcup-Podium in dieser Saison. Alle vier haben gezeigt, dass Spitzenleistungen möglich sind, wenn alles zusammenpasst. Wir dürfen mitfiebern und Daumendrücken. Go for Gold!
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