„Wenn man zu einem Unfall kommt, weiß man als Ersthelfer meistens, was zu tun ist: stabile Seitenlage oder vielleicht nur die Füße hoch und dann ruft man die Rettung“, sagt Andrea Viertelmayr von pro mente OÖ.
Wie soll man reagieren?
Doch wenn jemand in eine seelische Krise gerät, bekommen viele Berührungsängste: „Das sollte nicht sein! Wenn man beobachtet, dass sich jemand in sich zurückzieht, nicht mehr an Aktivitäten teilnimmt, sich oder die Wohnung etwas verkommen lässt, dann ist Gefahr im Verzug“, beschreibt sie Beobachtungen, die einer seelischen Krise vorausgehen. „Man sollte darauf reagieren und diese Menschen ansprechen!“
Damit man aber ein gutes Rüstzeug für solche Situationen bekommt, bietet pro mente seit einem Jahr Erste-Hilfe-Seminare für psychische Notfälle an. „Man lernt die Krise seines Gegenübers einzuschätzen und wie man ermutigen kann, professionelle Hilfe zu beanspruchen“, sagt Viertelmayr.
Wenn ich das Seminar gemacht habe, weiß ich hinterher besser, wie ich mit Leuten umgehe, denen es seelisch nicht so gut geht.
Andrea Viertelmayr, Projektkoordinatorin bei pro mente OÖ
Lange Warteliste
Die Pandemie lässt die Seminare boomen: „Fast jeder kennt ja jemanden, der psychisch belastet ist.“ Die ersten vier Seminarangebote in Oberösterreich wurden von rund 100 Privatpersonen besucht. „Und zehn Firmen buchten das Seminar als Mitarbeiter-Vorsorge.“ Den Kurzlehrgang gibt es in Präsenz oder online. Einer startete gerade - wieder ausbucht. Die Warteliste für den nächsten ist lang, Viertelmayr freut sich, denn: „Wir wollen möglichst viele Personen zu Ersthelfern für die Seele ausbilden.“ Kursinfo: www.erstehilfefuerdieseele.at
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