Die Situation war sowohl für die Tiere als auch für Autofahrer äußerst gefährlich: Ein männlicher Schwan lag vergangenen Mittwoch in der Nähe von Deutsch-Wagram verletzt auf der Fahrbahn der S1. Seine treue Partnerin wich dem flugunfähigen Tier nicht von der Seite. Die Straßenmeisterei informierte die Polizei - die Beamten regelten daraufhin den Verkehr an der Unglücksstelle und passten auf die Schwäne auf.
Gleichzeitig kontaktierten sie die von der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee. Der dort stationierte leitende Tierarzt Dr. Hans Frey, machte sich, ausgerüstet mit Fangnetz und Transportboxen, umgehend auf den Weg. Es gelang ihm, beide Schwäne einzufangen und in die Station zu bringen. Das Schwanen-Männchen hat nach Ersteinschätzung eine Verletzung am rechten Fuß - ob es sich um eine Prellung oder einen Bruch handelt, wird sich nach einem Besuch an der Veterinärmedizinischen Universität heute abklären.
Es war berührend, wie treu das Schwanen-Weibchen bei seinem Partner ausharrte. Dementsprechend froh bin ich, dass ich beide in die Station bringen konnte.
Dr. Hans Frey, tierärztlicher Leiter der Vogelstation
Aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen auf der Uni im Zuge der grassierenden Vogelgrippe musste der Schwan zuerst einen entsprechenden Test machen, was den Termin verzögerte. „Nach dem Transport in getrennten Boxen waren die beiden auch offensichtlich glücklich über ihre Wiedervereinigung. Das Männchen hat nun von uns Schmerzmittel bekommen, dadurch geht es ihm besser. Wir warten nun auf die genaue Diagnose“, erzählt Dr. Frey.
Was dem Schwan zugestoßen sein könnte?
Dr. Frey: „Der Unfall kann entweder durch einen Zusammenstoß mit einem Auto oder eventuell auch durch einen Anflug an eine Brücke in unmittelbarer Nähe entstanden sein. Schwäne sind aufgrund ihres Gewichtes keine sehr wendigen Flieger und können Hindernissen schlecht ausweichen. Die Verletzung behinderte das Tier auf jeden Fall beim Hochfliegen, da Schwäne zum Starten immer einige Meter Anlauf nehmen müssen.“
Tierarzt Dr. Frey hofft nun, dass das Paar nach der Genesung des Männchens auch gemeinsam wieder ausgewildert werden kann: „Wir werden natürlich alles dafür tun, dass das Männchen wieder gesund und flugfähig wird, damit er auch sein künftiges Leben mit seiner treuen Gefährtin verbringen kann. Denn Schwäne sind monogam und bleiben ihren Partnern treu.“
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